profil [42] Horacio Vaggione. Mit Reinhold Friedl
Horacio Vaggione wird am 23. Januar 80 Jahre alt. Der argentinische Komponist – 1943 in Cordoba geboren – war ein Wunderkind der argentinischen Neuen Musik.
Im Alter von achtzehn Jahren erhielt er ein Fullbright-Stipendium und assistierte John Cage im damaligen Studio der University of Illinois. Nach Stationen in den USA und Spanien begann er bereits in den 80er Jahren in Paris elektronische Klang-Granulation zu verwenden. Angesichts der damaligen Computertechnik bedeutete das die Montage von kleinsten Klangpartikeln in mühsamer Handarbeit, copy and paste im Millisekundenbereich. Vaggione wurde der Alchemist der Computermusik, der aus kleinsten Elementen große Zusammenhänge kreïerte. Kompositionen wie „Ash“ machten ihn bekannt, lange bevor Granulation das Spielfeld einer ganzen Komponistengeneration wurde. Curtis Roads vergleicht ihn in dieser Sendung mit dem pointilistischen Maler George Seurat. Längst aber verwendet auch Vaggione Software, die allerdings an den Grundlagen wenig geändert hat: Klang in seinen kleinsten Partikeln neu zu erfinden und zu neuen Werken zu amalgamieren!
Mit Ausschnitten von:
Horacio Vaggione
Ash
Arenas
Atem
Till
Schall
Preludes Suspendus No. 3
Curtis Roads
Half-Life, part II: Granules
© WDR 3, Studio Elektronische Musik, 14.1.2023