R.I.P. Abdullah Ibrahim (Dollar Brand) (1934 –2026) Nachrufe Teil 2. + Videos + Interview
Da immer mehr Beiträge hinter eine Bezahlschranke versteckt sind, verwendet ich hier die Texte vom Perlentaucher / Efeu, damit ich die Hauptaussagen, Zitate weitergeben kann. Danke an den Efeu Macher!
Die Musikkritik trauert um die südafrikanische Jazzlegende Abdullah Ibrahim.
Ein Interview von 2025
Zu Beginn seiner Karriere „spielte er mit den internationalen Größen des Jazz, mit John Coltrane, Ornette Coleman, Elvin Jones, Don Cherry und Gato Barbieri und vertrat gelegentlich Duke Ellington als Pianist und Bandleader“, hält Hans-Jürgen Linke in der FR fest. Später bezog er sich mehr auf seine südafrikanischen Einflüssen und prägte damit den „Cape Jazz“.
Legendär wurde sein noch unter seinem ersten Namen Dollar Brand aufgenommenes Stück „Mannenberg – Is Where It’s Happening“: Dieses „bündelt südafrikanische und internationale Ausdrucksformen und wurde in kürzester Zeit zu einer Erkennungsmusik des Widerstands und der Selbstbehauptung gegen die Apartheid.“ Ibrahim „organisierte ein Jazzfestival, das die Rassentrennungsvorschriften missachtete, und erklärte seine Unterstützung des African National Congress“.
Peter Kemper erinnert in der FAZ an Ibrahims Livealbum „African Piano“ von 1969: „Hier warf jemand der europäischen Klassik-Tradition, die das Piano jahrhundertelang als ihr Eigentum betrachtet hat, den Fehdehandschuh hin. Nicht zuletzt wandte er sich damit gegen die diskriminatorischen Praktiken halbstaatlicher Kulturinstitutionen in Südafrika, die ausschließlich europäische Kunstmusik förderten. Für Ibrahim war das Konzert-Piano ebenso afrikanisch, wie es das Daumenklavier Kalimba für seine Vorfahren war.
Er eignete es sich damit ausdrücklich als schwarzes Instrument wieder an. Sein ganzes künstlerisches Schaffen kondensierte in einer ‚Piano-Protestmusik‘, begründet in einer Zeit, in der ein African Composer noch als Fremder im eigenen Land angesehen wurde.“ „Zu der orchestralen Finesse und Ökonomie im Geiste Ellingtons kamen der kraftvolle, perkussive Anschlag und die kantigen Harmonien eines Thelonious Monk, die pentatonische Simplizität und die transzendentale Kraft afrikanischer Trance-Musik“, schreibt Stefan Hentz in der NZZ über Ibrahims Stil. © Alle Texte: Perlentaucher / Efeu.