R.I.P. Danny Thompson (1939-2025) – Musiker würdigen ihre Zusammenarbeit mit ihm
Von Sebastian Scotney (UKJazzNews). Es erinnern sich u.a. John McLaughlin, Liam Noble, John Etheridge. Die offizielle Erklärung lautet: „Der legendäre Akustikbassisten Danny Thompson ist am 23.9.2025 friedlich in seinem Haus in Rickmansworth, Großbritannien, verstorben.
Als Musiker, der von allen, mit denen er zusammenarbeitete, geliebt und bewundert wurde, ist sein Werk in seiner Qualität und auch in der unglaublichen Vielfalt der Musiker, mit denen er zusammengearbeitet hat, beispiellos. Danny war eine Naturgewalt. Ein Musiker, der sich ganz in den Dienst der Musik stellte und das Leben jedes Einzelnen, den er traf, bereicherte. Er wird schmerzlich vermisst werden.“
John McLaughlin:
ch habe heute vom Tod des großartigen Bassisten Danny Thompson erfahren, und obwohl wir uns seit über 50 Jahren nicht mehr gesehen haben, bin ich traurig über seinen Tod.
Danny und ich kennen uns seit 1965 oder 1966. Ich glaube, wir haben uns über die Gitarristen Bert Jansch und John Renbourn kennengelernt, die 1967 oder 1968 zusammen mit Danny die Gruppe Pentangle gründeten. Durch Danny lernte ich auch den Saxophonisten Tony Roberts kennen, einen herausragenden Musiker, der Tenor- und Sopransaxophon spielte. Wir gründeten zusammen ein Trio, das wirklich etwas Besonderes war. Mit Danny am Bass brauchten wir keinen Keyboarder. Wir spielten ein paar Gigs in London und sogar ein Live-Konzert für die BBC, das jemand, der das Konzert aufgenommen hatte, auf CD veröffentlichte – nur ein weiterer Pirat …
Danny war ein liebenswürdiger Mensch, einfach ein wunderbarer Mensch und ein so großartiger Musiker … Ruhe in Frieden, Danny.
John Etheridge:
Ich habe Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre mit Danny in seiner Band Whatever gespielt. Unsere Wege hatten sich schon zuvor gekreuzt, aber diesmal war es eine längere Zusammenarbeit. Danny war als Bassist mit seinem gewaltigen Sound, seiner Kreativität und seiner Präsenz legendär. Er war außerdem, und ich übertreibe nicht, ein komödiantisches Genie. Ich habe gesehen, wie Bandmitglieder vor Lachen hilflos zu Boden sanken und um Gnade flehten. Er hatte ein improvisatorisches komödiantisches Talent, das dem von Billy Connolly ähnelte. Da er als kleines Kind seinen Vater verlor und dann ein Leben voller außergewöhnlicher Höhen und Tiefen führte, entwickelte er eine unvergleichliche Beobachtungsgabe und Mimik.
© UkJazzNews, 25.9.2025