Radiotipps

Radiotipps für den 10.5.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht

Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Marcus Woelfle


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik

„Überholt und doch lebendig“ Werke für Ondes Martenot gespielt von Cécile Lartigau
Von Hubert Steins

Die Ondes Martenot ist das einzige elektronische Spielinstrument aus den Pioniertagen der Elektronik, für das ein nennenswertes Repertoire existiert, das bis heute gespielt wird.


01:03 Uhr Ö1 Jazznacht

Marwan Abado“ Bei Glatt & Verkehrt 2003
Ein Konzert, das Grenzen überwindet – und Geschichten von Aufbruch und Heimkehr erzählt: Marwan Abado mit dem Programm „Amber auf Saiten“ beim Festival Glatt & Verkehrt in Krems, am 31. Juli 2003.
Der Oud-Virtuose, geboren in Beirut, heute in Wien zu Hause, bringt Musiker aus dem Libanon, dem Irak und Österreich zusammen – drei Lauten, Trompete und Perkussion im Dialog zwischen Tradition und Gegenwart. Vom palästinensischen Fischerlied bis zu „Liebesgrüße aus Litschau“ – Musik, die Kulturen verbindet.


13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne

Musik und Fragen zur Person: Die Liedermacherin Anna Depenbusch im Gespräch mit Klaus Pilger
Sie verlor im Februar 2025 bei einem Wohnungsbrand alles Materielle – ihr Leben konnte sie retten. Sie schaut nach vorn. Die Geschichtenerzählerin ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musikszene. Außer Musik liebt sie Physik und Mathematik.


14:04 Uhr SWR Kultur Feature

Ol‘ man river – Der Sänger und Aktivist Paul Robeson und die DDR im Spiegel der Archive
Von Kirsten Reese

Der US-Amerikaner Paul Robeson war in den 1920er- und 30er-Jahren einer der berühmtesten schwarzen Sänger und Schauspieler weltweit. In den 50er-Jahren geriet der Sozialist ins Visier der US-Behörden, Reise- und Auftrittsverbote beschädigten seine Karriere nachhaltig. In der DDR jedoch wurde er gefeiert. Das Feature von Kirsten Reese verwendet ausschließlich Tonmaterialien aus ostdeutschen Archiven. Wer war Robeson für die DDR? Und was war die DDR für Robeson?


15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie

Robert Schumann – Die innere Stimme: Berühmt unter allen Umständen
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (1/10)


15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature

Es war Frieden. Was würden wir daraus machen? Der 8. Mai 1945 in Tönen und Tagebüchern
Von Martin Hartwig und Lydia Heller


15:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Interpretationen

„Keine Note zu viel, keine Note zu wenig“ Federico Mompou und seine Klaviermusik
Gast: Jens Rosteck, Musikpublizist Moderation: Michael Struck-Schloen
Deutschlandfunk Kultur 2021

Konzentrierte und stille Musik: Der Katalane Federico Mompou (1893 – 1987) schuf eine Gegenwelt zu rauschhafter Virtuosität.
Unter den vielen Einzelgängern, die die Musik des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat, war Federico Mompou einer der stillsten. 1893 in Barcelona geboren, suchte er vor allem in Paris musikalische Anregungen. Er war befreundet mit Komponisten wie Poulenc und Milhaud, die sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen wussten. Von seiner Musik und seinem Charakter her zog es ihn aber eher zu Erik Satie, dessen Erbe er gewissermaßen antrat: fast ausschließlich Klaviermusik, kleine Stücke, schmucklose Miniaturen von äußerster Konzentration. Als er 1987 starb, war seine Musik bestenfalls ein Geheimtipp, obwohl sich ein Pianist wie Arthur Rubinstein dafür interessierte. Heute widmen sich mehr Interpreten seinem Schaffen, etwa Daniil Trifonov und Arkadi Volodos. „Geheim“ ist diese Musik nicht mehr, ein besonderer Tipp bleibt sie allemal.


15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel

„Zum Leuchtturm“ (3/3) von Virginia Woolf
Aus dem Englischen von Gaby Hartel
Komposition: Ulrike Haage Regie: Katja Langenbach BR 2016

Obwohl den Kindern das Vorhaben nach dem Tod der Mutter sinnlos erscheint, drängt der Vater dazu, zum Leuchtturm zu segeln. Doch die Fahrt bietet die Chance, sich als Familie neu zu finden.


15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera

„40 Jahre Rainbirds und mehr“ Die Musikerin Katharina Franck. Von Anja Buchmann
Der Überhit „Blueprint“ ihrer Band aus dem Jahr 1987 ist immer noch ein Monument – ebenso wie die Stimme von Katharina Franck.

1986 gründet Katharina Franck ihre bekannteste Band, deren gleichnamiges Debüt-Album Anfang 1987 erschien. Das von Peter Weihe gespielte Gitarren-Riff des Überhits „Blueprint“ ist eine Ikone. Bis in die 1990er-Jahre hinein war Rainbirds Pop/Rock-Größe in Deutschland, doch Franck, 1963 in Düsseldorf geboren, war auch nach dem1993 erschienenen letzten Studio-Album dieser Band enorm aktiv: Sie hat Hörspiele, Theatermusiken mit F.M. Einheit realisiert, mit dem „Club der toten Dichter“ gearbeitet, ihre Alben mit „gesprochener Popmusik“ und ein Solo-Werk namens „On the verge of an autobiography“ veröffentlicht. Ihre Band Rainbirds bleibt aber in ihrem Katalog wichtig: 2014 hat Franck gemeinsam mit Cultured Pearls-Schlagzeuger Bela Brauckmann und Elektroniker Gunter Papperitz alte Songs unter dem Albumtitel „Yonder“ neu arrangiert. Und 2026 geht Franck unter dem Titel „40 years, one voice“ auf Jubiläumstour.


17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik

„Ich wandle zwischen den Welten und versuche, Gegensätze zusammenzubringen.“ – Der Trompeter Matthias Schriefl
„Allgäu meets India“ heißt das Album, für das Matthias Schriefl 2025 zusammen mit der hr-Bigband den Deutschen Jazzpreis bekommen hat. Doch bei Allgäu und Indien hört sein Horizont längst nicht auf. Denn der polyglotte Multiinstrumentalist, der auch beim Reisen immer mindestens zwei Dutzend Instrumente dabeihat, darunter mehrere Trompeten und ein Alphorn, ist ein grenzenloser Weltenwanderer.


17:00 Uhr NDRKultur Chormusik

Neuentdeckung auf Estnisch – Teil 1/2
Rudolf Tobias: Oratorium Joonas

Estonian National Opera Boys‘ Choir; Estonian Philharmonic Chamber Choir
Chorus Mysticus; Ltg.: Tonu Kaljuste
Es ist eine echte Rarität: Rudolf Tobias’ Oratorium „Joonas“. Der als „Vater der estnischen Musik“ gefeierte Komponist brachte das Werk 1909 in Leipzig selbst zur Uraufführung. Jetzt ist es in einer neuen Einspielung zu hören – erstmals auf Grundlage der Originalpartitur. Es musizieren der Estnische Philharmonische Kammerchor und das Tallinner Kammerorchester unter der Leitung von Tõnu Kaljuste, der in dieser zweiteiligen Sendung selbst Einblicke in dieses Werk gibt.


17:00 Uhr radio 3 Das Gespräch

„Die Rolle der Kunst in konfliktreichen Zeiten“ Zur Erinnerung an die Künstlerin Henrike Naumann
Am Mikrofon: Britta Bürger

Am 14. Februar 2026 starb die Künstlerin Henrike Naumann überraschend im Alter von 42 Jahren. Da war sie mitten in der Vorbereitung der Gestaltung des Deutschen Pavillons der Kunstbiennale in Venedig. Posthum wurde der Pavillon unter dem Titel „Ruin“ in Zusammenarbeit mit Naumanns Studioteam, der Künstlerin Sung Tieu und Kuratorin Kathleen Reinhardt fertiggestellt.
Bekannt geworden war die in Zwickau aufgewachsene Henrike Naumann mit raumfüllenden Möbelinstallationen. Ihr zentrales Thema war lange die deutsche Geschichte, insbesondere die Radikalisierung nach rechts. Seit 2021 hatte Friederike Naumann mehrfach in der Ukraine gearbeitet, interessiert an der Rolle der Kunst in Zeiten des Krieges.


17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial

Zwischen Pop und Klassik: Die Komponistin und Arrangeurin Anne Dudley
Ursprünglich begann Anne Jennifer Valentino alias Anne Dudley ihre Karriere als klassische Komponistin, merkte aber bald, dass in der Popmusik mehr Geld zu verdienen ist. Sie lernte den legendären Produzenten Trevor Horn kennen und war bei einigen der wichtigsten Popaufnahmen der 1980er Jahre als Arrangeurin und auch Komponistin beteiligt, etwa bei Alben von ABC oder Frankie goes to Hollywood. Und als Mitglied der Band Art of Noise war sie eine Pionierin des Samplings im Pop und mit dem von einem Computer generierten Charakter Max Headroom in einem der Art of Noise Stücke sogar der künstlichen Intelligenz in der Musik. Nebenbei ist Anne Dudley auch als Komponistin von Filmmusik sehr aktiv und hat mehrere Werke für das BBC Concert Orchestra geschrieben. Die Spielräume würdigen eine interessante und vielseitige Musikerin, die am 7. Mai ihren 70. Geburtstag feiert.


18:00 Uhr NDRKultur Feature

Professorin Vaerting
Von Isabelle Engels Redaktion: Joachim Dicks Produktion: ORF 2026

Die erste ordentliche Universitätsprofessorin in Deutschland. Als Mathilde Vaerting am 1. Oktober 1923 an der Universität Jena ihre Antrittsvorlesung hält, ist das nicht nur für die knapp 40-jährige der persönliche Höhepunkt ihrer Karriere, sondern auch ein wissenschaftshistorisch bedeutsames Ereignis.


18:00 Uhr HR 2 ARD-Radiofeature

„Kampf der Geheimhaltung“
Doku über Julian Assange, WikiLeaks und die Pressefreiheit. Von Lea Eichhorn und John Goetz

Mit dem Versprechen radikaler Transparenz gründet der australische Hacker, Journalist und Verleger Julian Assange vor 20 Jahren WikiLeaks, eine Plattform, auf der vertrauliche Dokumente, Videos und Fotos anonym veröffentlich werden können.


18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel

„Heilung“ Nach dem gleichnamigen Roman von Timon Karl Kaleyta
Musik: Camill Jammal Hörspielbearbeitung und Regie: Rebekka David
(Produktion: SWR 2024)


18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel

Untergang des Egoisten Fatzer. Ein Fragment
Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Bertolt Brecht
Bearbeitung und Regie: Heiner Müller

Mit: Heiner Müller, Jörg-Michael Koerbl, Werner Hennrich, Frank Castorf, Ulrich Zieger, Iduna Hegen, Regina Menzel, Knut Hirche, Wolfgang Krause, Jochen Menzel, Johanna Schall
Komposition: Blixa Bargeld
Musik: Einstürzende Neubauten
Ton und Technik: Peter Kainz, Andreas Meinetsberger
Regieassistenz: Matthias Thalheim, Wolfgang Rindfleisch
Rundfunk der DDR 1987
Ein Lehrstück über das radikale Scheitern von Gemeinschaft: Vier Deserteure verstecken sich im Krieg und warten auf die Revolution. Doch Hunger, Begehren und Angst zersetzen jede Solidarität. Ein Tribunal beendet den Zusammenhalt: Es wird beschlossen, einen aus dem Kollektiv zu opfern.


19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband

Reflektor Festival – Darcy James Argue & Brad Mehldau (1)
hr-Bigband feat. Brad Mehldau, cond. by Darcy James Argue, Elbphilharmonie Hamburg, März 2026, Teil 1


19:04 Uhr WDR 3 Jazz

„Sarah Vaughan“ Eine Diva des Vokal-Jazz. Mit Karsten Mützelfeldt
Sarah Vaughan war eine Frau mit einer außergewöhnlichen Stimme – bis heute Vorbild für viele Sängerinnen. Allein schon ihr Spitzname wies sie als Legende aus, „The Divine One“, „die Göttliche“.


20:00 Uhr radio3 Konzert

Marek Janowski dirigiert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Werke von Charles Ives und Samuel Barber mit Gil Shaham, Violine in einer Konzertaufnahme vom 29.04.2011


20.03 Uhr WDR 3 Konzert

20 Jahre jazzahead!
Im Laufe der 20 Jahre hat sich die jazzahead! zu einem der international wichtigsten Branchentreffen entwickelt. Eine Mischung aus Fachmesse, Konferenz und Showcase-Festival. Mit aktuellen Bands aus Deutschland, Europa und Übersee. In dieser Sendung präsentiert Thomas Mau unter anderem Nine Sparks Riots aus Schweden, das Wajdi Riahi Trio aus Brüssel und die US-amerikanische Sängerin Jazzmeia Horn.


20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton

„Meisterkurs spektraler Klavierwelten“
Tristan Murail bei den Wiener Tagen für zeitgenössische Klaviermusik

Tristan Murail (geboren 1947) zählt zu den prägenden Figuren der Spektralmusik („musique spectrale“), einer Ästhetik, die Klang nicht mehr als feste Größe versteht, sondern als schillernden Prozess. Ermöglicht wurde das durch revolutionäre Mittel der Klanganalyse, die wiederum neue Kompositionstechniken angeregt haben.


20:03 Uhr Bayern 2 das ARD radiofeature

„Kampf der Geheimhaltung“ Doku über Julian Assange, WikiLeaks und die Pressefreiheit
Von Lea Eichhorn und John Goetz NDR 2026

Mit dem Versprechen radikaler Transparenz gründet der australische Hacker, Journalist und Verleger Julian Assange vor 20 Jahren WikiLeaks, eine Plattform, auf der vertrauliche Dokumente, Videos und Fotos anonym veröffentlich werden können. So zum Beispiel 2010 geheime Militärdokumente. Assange, von den USA der Spionage und des Geheimnisverrats angeklagt, bekommt als politischer Flüchtling Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London, es folgen fünf Jahre Haft. Im Sommer 2024 wird er schließlich freigelassen. Wie wehrhaft ist unabhängiger, kritischer Journalismus, wenn selbst demokratisch gewählte Regierungen gegen Journalisten vorgehen, wenn sie unliebsame Wahrheiten veröffentlichen? Was bleibt heute von radikaler Transparenz?


20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature

„doku drops 11 + 12“ Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Deutschlandfunk 2026


20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton

Rückblick auf New Adits 2025
Dora Donata Sammer: From Imitations to Illusions

Programme zu bieten, die man „nicht erwartet“ gehört insgesamt zu den „Spezialitäten“ des New Adits Festivals. Die Kurator:innen Ingrid Schmoliner und Matthias Erian vereinen in der Villa for Forest an vier Tagen gegenwärtige Musik und interdisziplinäre Kunstformen – zeitgenössisch wie experimentell – auf ganz eigene Art und Weise. Kurze Ausschnitte aus den drei weiteren Konzerten des vorletzten „New Adits“ Festival-Tages 2025 zeichnen das Bild einer kompromisslos-außergewöhnlichen Programmierung: Vokalkünstlerin Audrey Chen entfesselt ihre Klangwelten – singend, sinnlich knurrend, brummend und krächzend, in Höhen und (Un-)Tiefen; unter den Händen des niederländischen Schlagzeugers Etienne Nillesen werden Snaredrums zum Harmonieinstrument und das Trio FRI3SER um den Pianisten Lucca Fries überrascht mit Jazz, Club- und avancierter Rockmusik.


21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche

Musikfest Bremen 2025
Thierry Escaich, Orgel
Werke von Bartholdy, Cochereau, Escaich, Strawinsky, Vierne

Aufnahme vom 4.9.2025 aus der Kirche St. Antonius, Papenburg
Am Mikrofon: Simon Schomäcker
Von der Seine an die Ems! Thierry Escaich (Jahrgang 1965) ist einer der Titularorganisten von Notre Dame in Paris. Diese besondere Aufgabe hält den Musiker jedoch keineswegs davon ab, regelmäßig auf Konzertreisen zu gehen. In der St. Antonius-Kirche im niedersächsischen Papenburg hat Escaich die große Walcker-Orgel auf seine Art zum Klingen gebracht. Der Künstler sieht sich selbst gleichermaßen als Organist, Komponist und Improvisator. Bei Konzerten wie in Papenburg erweckt er daher nicht nur das Werk von Orgel-Meistern aus seiner Heimat – wie Louis Vierne oder Pierre Cochereau – zu neuem Leben. Escaich schöpft aus diesem Repertoire auch Ideen für ausgedehnte Improvisationen, die anschließend zu vielschichtigen Eigenkompositionen werden können.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur

Literatur und Wissenschaft im LCB: „Perfektion und Psyche“
Mit Helene Bukowski und Wolfgang Lessing
Moderation: Miriam Zeh

Talentiert, gefördert und zerbrochen – der Freitod einer Pianistin.
In den Spezialschulen der DDR hatte Kindheit einen Stundenplan und Begabung eine Zielvorgabe. Kaum ein System band musikalisches Talent so früh und so konsequent an Leistung. In ihrem Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ (Claassen, 2026), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist, zeigt Helene Bukowski, welchen Preis die junge Pianistin Christina dafür bezahlt. Sie besucht die Spezialschule für Musik in Ostberlin, studiert am Tschaikowski-Konservatorium in Moskau und nimmt sich kurz darauf, mit 24 Jahren, das Leben. Wo sich Helene Bukowski hochempathisch, reflektiert und mit künstlerischen Mitteln einem Einzelschicksal nähert, hat der Musikpädagoge Wolfang Lessing (Hochschule für Musik Freiburg) den „Erfahrungsraum Spezialschule“ sozialwissenschaftlich rekonstruiert. Beide sprechen mit Miriam Zeh über einen Alltag aus Bewertung, Vergleich und Wettbewerb, über die Schönheit der Musik und die Psyche unterm Perfektionsdiktat.


22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz

Lyrisch, persönlich, radikal – Die Pianistin Gisela Horat. Von Odilo Clausnitzer
Ihre Musik atmet, schwingt in großen Bögen, gönnt sich Ruhe und Nachklang. Dann wieder ballt sie sich zu schroffen Klangkontrasten zusammen. Keine Spur von Klischees. Die Schweizerin Gisela Horat ist im aktuellen Jazz eine höchst originelle Außenseiterin. Erst nach einem Biologiestudium hat sie sich für ein Leben als Pianistin entschieden. Mit ihrem langjährigen Trio macht sie eine Musik zwischen wachen Kollektivtrips und pointierten Kompositionsideen. „Kleine Geschichten“ möchte sie erzählen, sagt Gisela Horat. Das klingt für ihren aufregenden Sound viel zu harmlos.


23:03 Uhr SWR Kultur Essay

Galeria Finissage – Letzte Bilder aus dem Warenhaus. Von Walter Filz
Das rote Telefon gehört zu den kollektiven Erinnerungsbildern der meisten über 40-Jährigen. Das rote Telefon, das man als Kind in die Hand bekam, damit man wusste, wohin mit den Händen. Beim Pixy-Fotografen. Damals im Kaufhaus. – Die Kaufhäuser sterben. Die Ursachen sind bekannt. Was bleibt, sind Bilder. Viele unscharf. Warum fuhren Rolltreppen in eine strahlende Zukunft? Und Aufzüge in eine dunkle Vergangenheit? In diesem Essay aus dem Jahr 2023 blättert Walter Filz durchs Erinnerungsalbum des Warenhauses.


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