Radiotipps für den 12.6.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„BW 0-1“ Von Hằng Thúy Hà
Deutschlandfunk / Bauhaus Universität Weimar / Goethe-Institut 2025
Laut, verpestet und überfüllt – so beschreibt die vietnamesische Komponistin Hằng Thúy Hà ihre Heimatstadt Hanoi. Diesem Ort setzt sie ein akustisches Denkmal: schwarz und weiß, wütend und liebevoll zugleich.
Das Leben in Hanoi läuft im Zeitraffer. Menschen hasten durch die Straßen, Geräusche und Eindrücke strömen permanent von allen Seiten auf die Bewohnerinnen ein. Die Komponistin Hằng Thúy Hà fühlt sich hier einsam, rastlos und ständigen Bedrohungen ausgesetzt. In ihrer Arbeit macht sie diese Gefühle erfahrbar und antwortet künstlerisch auf die Herausforderungen ihrer Stadt.
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Global
Moderation: Olga Hochweis
Seit 2003 veranstaltet der Slowakische Rundfunk alle zwei Jahre den Wettbewerb „Svetozár Stračina Grand Prix“. Sein Ziel ist die Förderung herausragender Volksmusik-Aufnahmen und der internationale Austausch traditioneller Musik aus verschiedenen Ländern Europas.
In der Stunde nach drei geht es ausführlicher um das letzte Album der portugiesischen Ikone Jose Afonso, das gerade wiederveröffentlicht wurde: „Galinhas do Mato“. Dazu viele weitere Neuerscheinungen.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
„Music for Walking“ & mehr Musik grenzenlos
Ein Cello, ein gutes Paar Schuhe – und die stille Weite Islands: Mit Eyþór Arnalds kann man unendlich lang durch Klanglandschaften wandern. „Music for Walking“ heißt sein Album, und das ist durchaus beim Wort zu nehmen.
19:00 Uhr ByteFM Tiefenschärfe mit Dirk Domin
Nr. 350
Die tatsächlich schon 350. Tiefenschärfe ist von vielen Lieblingen geprägt. Wie immer ganz neue Musik und True Classics, unter anderem vom Superpitcher, von Martyn, Fink, DJ Koze und Paul McCartney.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Das stille Glück der Ausgestoßenen“ Die Schweizer Erzählerin Adelheid Duvanel – ein Portrait
Von Gisa Funck
Zu Lebzeiten bejubelt, dann fast vergessen: Jetzt feiert Adelheid Duvanels Werk in der Schweiz ein Comeback.
Heute kennt kaum noch jemand die 1996 früh verstorbene, rätselhafte Schriftstellerin und Autodidaktin aus Basel. Dabei wurde Duvanel zu Lebzeiten von der Kritik als Erzählgenie gefeiert und mit Literaturgrößen wie Robert Walser oder Franz Kafka verglichen. Und tatsächlich: Duvanels meistens nur zwei bis drei Seiten lange Kurzporträts entwickeln beim Lesen einen merkwürdigen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Denn darin spielen zwar sogenannte gescheiterte Existenzen die Hauptrolle – Drogenabhängige, Kranke, Vereinsamte oder Verkrüppelte –, aber diese hadern erstaunlich wenig mit ihren harten Schicksalen. Trotzig haben sich Duvanels lebenszerzauste Heldinnen und Helden stattdessen eine eigenwillige Würde und oft geradezu heitere Distanz zur Welt bewahrt. Das macht diese poetischen „Verlierer“-Stories der lange vergessenen Autorin so ungewöhnlich und so betörend.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Live aus der Philharmonie Berlin
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200
Bernd Richard Deutsch: „Intensity“
Richard Strauss: „Der Rosenkavalier“ (Orchestersuite von Franz Welser-Möst)
Berliner Philharmoniker; Leitung: Franz Welser-Möst
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
LIVE – Das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt
Vilde Frang, Violine; Leitung: Alain Altinoglu
Bartók: 2. Violinkonzert
Brahms: 4. Sinfonie e-Moll op. 98
(Live aus der Alten Oper Frankfurt)
Ein zeitloser Klassiker und dabei dennoch ein Werk, das jedes Mal neu elektrisiert: Das ist Bartóks 2. Violinkonzert – vor allem wenn es derart unter Strom gesetzt wird wie von Vilde Frang. Ein Kraftwerk ganz anderer Art: die letzte Sinfonie von Johannes Brahms.
20:03 -00:00 Uhr WDR 3 Konzert live
Romanische Nacht
Direkt zu Herzen geht die romantische Chormusik von Felix Mendelssohn Bartholdy zu Beginn, voller Archaik anschließend die Klangräume, die das Julen Achiary Trio mit baskischen Liedern und Hirtengesängen eröffnet. Mit purem a cappella Gesang erfüllt das Vokalquintett amarcord die altehrwürdigen Gemäuer, bis am Ende eine große Improvisationsparty des VokalOrchesters NRW die Romanische Nacht beschließt.
20:03 Uhr BR Klassik – Konzert der musica viva
Leitung: Matthias Pintscher
Solisten: Aušrinė Stundytė, Sopran; Kristi Mühling, Kannel; Tamara Stefanovich, Klavier
Lisa Streich: „Black Swan“ (Auftragswerk der musica viva, europäische Erstaufführung)
Jüri Reinvere: „Das Lied von den zwei Erden“ (Uraufführung)
Hans Werner Henze: „Heliogabalus Imperator“
Spektrale Akkorde treffen auf Klänge mit Mut zur Romantik und schrill bizarre Töne. Unter der musikalischen Leitung von Matthias Pintscher steht im letzten „musica viva“-Konzert dieser Saison zunächst die europäische Erstaufführung des neuen Klavierkonzerts der schwedischen Komponistin Lisa Streich mit dem Titel „Black Swan“ auf dem Programm. Tamara Stafanovich übernimmt den Solopart in diesem Werk voller flirrender Schattierungen.
Mit seinem Stück „Das Lied von den zwei Erden“, gesungen von Auðrinë Stundytë, will Jüri Reinvere die Zuhörenden emotional bewegen und zugleich intellektuell fordern. In dieser Uraufführung beschwört der estnische Komponist schon fast romantisch anmutende Sphären herauf, bevor im zweiten Teil des Konzerts in Hans Werner Henzes „Heliogabalus Imperator“ in grellen Farben die Dekadenz der römischen Kaiserzeit geschildert wird.
20:03 Uhr Bayern 2 Salon „Hörspiel & Podcast„
Tic Tac Toe – Wenn wir Freunde wären (3/4)
Von Aylin Dogan BR 2026
Drohbriefe, zerstochene Reifen, Angst – während auf der ausverkauften Tour die Fans kreischen und von all dem nichts erfahren. Der Druck auf Tic Tac Toe nimmt zu bis die Band ihm nicht mehr standhalten kann. Wie konnte es zur katastrophalen Pressekonferenz kommen und was ist hinter den Kulissen wirklich passiert?
Stahnke – Diemelsbach (4/15)
Von Frank Witzel
Komposition: Frank Witzel Regie: Leonhard Koppelmann BR 2018
Die Reisen des immer noch abgängigen Stahnke im Auftrag seiner Arbeitgeberin Schmidt-Ehry zur Evaluation der deutschen Provinz führten ihn nach Diemelsbach an der Luhr. Die dortige Begegnung zwischen Stahnke und dem Pianisten Günther-Hans Jürgens war für viele Beteiligte folgenreich.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
Er will nicht mehr leben – und jetzt?! Episode 1: Depression, Selbstmordgedanken und Empathie
Von Manuel Gogos Regie: der Autor
Deutschlandfunk 2025
Manuel hat Angst: Sein bester Freund leidet unter Depressionen. Zwar schon lange, aber in letzter Zeit wirkt er regelrecht lebensmüde.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
„Progressive Musikmesse“ Die polnische Band Riverside (2/2)
Aufnahme vom 27.5.2017 aus der „Kantine“, Köln
Am Mikrofon: Tim Schauen
Bei ihrem gut zweistündigen Konzert spielte die polnische Progressive Rock-Band Riverside vor allem Stücke ihres damals aktuellen, siebten Albums „Eye of the Soundscape“, aber auch älteres Material. Nach dem plötzlichen Tod von Gründungsmitglied und Gitarrist Piotr Grudsinski im Jahr 2016 waren die deutschen Fans gespannt, ob Nachfolger Maciej Meller die Lücke würde füllen können – er konnte: Das Konzert endete mit minutenlangem Applaus. Es war eine progressive Musikmesse.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Maria Yeddes, Mitgründerin „Grünes S.O.f.A.“ e.V
Mit ihren fünf Kindern flieht Maria Yeddes ins Frauenhaus und gründet später in Erlangen das „Grüne S.O.f.A“ für Alleinerziehende. Heute lebt sie wieder in ihrem alten Elternhaus in Regenstauf.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielraum
Soul City – Neues aus der Black Music-Szene
Am Mikrofon: Jan Tengeler
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Suchen nach dem inneren Leben des Werkes“ Zum 50. Todestag des Pianisten Géza Anda
Von Wolfgang Rathert
Am 13. Juni 1976 starb der ungarische Pianist Géza Anda im Alter von nur 54 Jahren in Zürich. Ausgebildet an der berühmten Franz Liszt-Musikakademie in Budapest, startete er nach dem Zweiten Weltkrieg von der Schweiz aus eine internationale Karriere als führender Vertreter einer jungen, sachlich orientierten Musikergeneration. Berühmt wurde Anda durch die Pioniertat der ersten Schallplatten-Gesamtaufnahme von Mozarts Klavierkonzerten in der Personalunion als Dirigent und Solist. Aber Anda ging es im Zentrum seiner pianistischen und pädagogischen Aktivitäten um mehr, nämlich um eine Verantwortung des Interpreten weit über die Zurschaustellung virtuosen Glanzes und sportiver Brillanz hinaus. Aus Anlass von Andas 50. Todestag soll an eine künstlerische Mission erinnert werden, die heute aktueller denn je ist.
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
„Ich hatte nie Stress damit, dass ich abstehende Ohren habe.“ – Der Schauspieler und Chansonnier Dominique Horwitz
Nicht zuletzt seine Ohren sind heute eins seiner Markenzeichen. Dominique Horwitz ist Regisseur, Schauspieler, Romanautor und Chansonnier. „Es gibt Musik, die klebt an mir fest, die bekomme ich nicht aus meinem Herzen raus“ sagt er.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
„Emotionaler Ausnahmezustand“ Punk, Psychedelic Rock, Grunge und Stoner Rock
Mit Noe Noack
Seit 1976 hat Punk Rock‘n’Roll immer wieder verjüngt und zig Subgenres hervorgebracht von Post-Punk, Straight Edge, HC, Skate-Punk, Power Pop-Punk, Grunge und vielen anderen. Um einige aktuelle Bands, die sich in diesen Bereichen bewegen geht’s in diesem „Bayern 2 Nachtmix“, aber auch um Stoner- und Progressive-Rock. Eine der spannendsten Punkbands zurzeit sind die Dead Pioneers aus Denver. Frontmann Gregg Deal hat indigene Wurzeln und kämpft auch abseits der Musik, als bildender Künstler und Aktivist für die Rechte der nordamerikanischen Ureinwohner. The Bobby Lees haben vor den Aufnahmen zu ihrem neuen Album „New Self“ viel 90er Jahre Hip Hop und Nu Metal gehört und sich dadurch neu erfunden. Das Trio Headsend aus Australien haucht Grunge neues Leben ein. Schlaue Texte und druckvolle Musik zeichnen „Frachter“ aus Weimar aus. Auf ihrem zweiten Album „Es wird gleich besser“ schaut das Trio zwischen zwingenden Melodien und Dissonanz auf die Klimakrise, den Neoliberalismus, Kriegstreiber und Kriegsgewinner. „All Them Witches“ aus Nashville überraschen auf ihrem neuen Album „House Of Mirrors“ wieder mit ihren ganz eigenen Melodie- und Harmonie-Ideen.
23:03 Uhr BR Klassik Jazztime
Porträt: Alex Koo. Von Ssirus W. Pakzad
In seiner Heimat wurde der Pianist Alex Koo erst als Wunderkind gehandelt, dann als enfant terrible bezeichnet. Mit beiden Begriffen kann der Belgier mit japanischen Wurzeln herzlich wenig anfangen. Er macht unbeirrt Musik, die manchmal ganz fragil und melancholisch gefärbt, mal aufreibend und sehr energetisch tönt. Fast immer erzählen seine Kompositionen Geschichten. Etwa die von den Methoden, mit denen Wale Beute machen. Auf seinen bisherigen Alben war Alex Koo meist von belgischen Kollegen umgeben – oft aber lädt er prominente amerikanische Gäste dazu, wie die Trompeter Ambrose Akinmusire und Ralph Alessi oder den Saxofonisten Mark Turner.