Radiotipps für den 12.9.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Singing yesterday‘s news again“ Von Natascha Sadr Haghighian und Nicholas Bussmann
Newsroom Crew: Maria Karpushina, Daniela Reina Téllez, Stephan Thierbach, Josephine Tiede
Das Autorenduo / Deutschlandfunk Kultur 2017
Im Rahmen der documenta entstand 2017 in Berlin ein temporärer Radiosender: SAVVY Funk. Er sendete Sport, Wetter, Gespräche und Politmagazine. Aber aus der Hand von Kunstschaffenden. Die Nachrichten wurden gesungen.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Zum 100. Geburtstag von Gitarrist Charlie Byrd
Charlie Byrd und The Great Guitars 1982 beim Jazzfestival Wiesen
Am 18. Juli 1982 traten die Gitarristen Barney Kessel, Herb Ellis und Charlie Byrd zusammen mit dem Bassisten Joe Byrd und dem Schlagzeuger Chuck Redd beim Jazzfestival Wiesen im Burgenland auf. Die unter dem Namen „Great Guitars“ firmierende Formation hatte vor allem in den 1970er Jahren mehrere erfolgreiche internationale Tourneen absolviert. Die drei Saitenkünstler ergänzten sich perfekt: Barney Kessel mit seinem übersprudelnden Temperament, Herb Ellis mit seiner bluesbetonten Spielweise und Charlie Byrd, der als einer der ersten Gitarristen die klassische Gitarre im Jazz etablieren konnte, als gleichsam ruhiger Gegenpol zu Kessel und Ellis. Die drei damals schon etwas älteren Herren spielten sich routiniert und gekonnt durch das „Great American Songbook“, mit passenden Titeln wie der wunderschönen Ballade „Old Folks“, aber auch einer rasanten Interpretation der Richard-Rodgers-Komposition „Lover“.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Bella Italia mit Till Brönner & mehr Musik grenzenlos
Till Brönner, Deutschlands populärster Jazztrompeter, begibt sich mit seinem jüngsten Album auf einen Nostalgietrip in das Land, wo die Zitronen blühen, also nach Italien.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Zu viel für einen Song“ Romane von Musikerinnen und Musikern“ Von Ralph Gerstenberg
Eine Sendung über Musik und Prosa, über die weite Welt, die nicht in ein Lied passt.
Auffällig viele Musikerinnen und Musiker veröffentlichen derzeit nicht nur Songs und Tracks, sondern auch Bücher und Romane. Oft sind es Coming-of-age-Geschichten. Sie handeln davon, auf die eigene Stimme zu hören und einen Platz in der Welt zu finden. Es geht um dysfunktionalen Familien, Freundschaft, gesellschaftliche Normen und kleine Fluchten in Musik, Computerspiele und Fantasiewelten. Und es sind Geschichten, die im Songformat keinen Platz gefunden hätten. Doch ein ausgeprägtes Gefühl für Erzählrhythmus und Sprachsound verbindet diese Bücher von Sophie Hunger, Charlotte Brandi, Kurt Prödel und Andrej Murašov.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Philharmonie Berlin
Helmut Lachenmann: „Ausklang“, Musik für Klavier mit Orchester
Dmitrij Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 11 g-Moll op. 103 („Das Jahr 1905“)
Pierre-Laurent Aimard, Klavier; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski
Aufzeichnung vom 10.09.2025
20:03 Uhr Bayern 2 Salon „Hörspiel & Podcast„
Gabalier – Hinter der Lederhose (2/4) Folge 2: Ist das wirklich ein Hakenkreuz?
Von Carrie Kremer Regie: Ron Schickler BR 2025
Die Pranke der Natur (und wir Menschen) (2/2) Von Alexander Kluge
Komposition: Gustav (Eva Jantschitsch) und Ikue Mori
Regie: Karl Bruckmaier BR 2011
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert – LIVE
Jubiläumskonzert 75 Jahre NDR Radiophilharmonie / Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Jubiläumskonzert 75 Jahre NDR Radiophilharmonie
Johannes X. Schachtner: „Artefakt“ (Uraufführung)
Ludwig von Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125
WDR Rundfunkchor; NDR Vokalensemble
NDR Radiophilharmonie; Leitung: Stanislav Kochanovsky
(Liveübertragung aus dem Kuppelsaal, Hannover)
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Barock mit Anastasia Kobekina & Friends – mit Bach und Vivaldi im Schloss
Werke von u.a. Bach, Marais, Telemann, Vivaldi
(Konzert vom 10. Juli 2025 im Schloss Hohen Luckow)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
Kinder, Kunst, Karriere
„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ – so lautet ein geflügeltes Wort aus der Filmoper „Die verkaufte Braut“, und man möchte sofort ergänzen: „Familie ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Wie kann dann beides zusammen gehen? Wir begleiten drei bildende Künstlerinnen durch ihren Alltag. Esther Rosenboom hat das Kunststudium abgeschlossen und wenige Wochen später ihr Baby bekommen. Caroline Krzyzecki und Sandra Schlipköter sind seit über zehn Jahren im Kunstbetrieb aktiv, Carolines Sohn geht in die Kita, Sandras Tochter in die Schule. Wir sind dabei, wenn Esther mit dem Baby eine Vernissage besucht, um in der Szene präsent zu bleiben. Wenn Caroline versucht, sich nach einer Krankheitswelle wieder im Atelier zu konzentrieren. Oder wenn Sandra mit ihrer Tochter diskutiert, warum sie als Künstlerin so viel arbeitet.
Die Kuratorin Conny Becker weiß um den Alltag zwischen Kind und Atelier, sie hat die eine Residenz für Künstlerinnen mit Kind in Berlin aufbaut. Es zeigt sich: Trotz aller gesellschaftlicher Veränderungen ist die Kunstszene schlecht auf Mütter eingestellt. Residenzen und Stipendien für sie gibt es kaum. Conny Becker will gegensteuern. Aber sie muss sich beeilen: Kurz bevor die ersten Künstlerinnen eintreffen, fehlen noch Babybetten, Kinderstühle und Spielzeug.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
„Lebenswerk mit Liedermachern“ Die „Songs an einem Sommerabend“
Aufnahme vom 26.7.2025 beim „Hafensommer“ in Würzburg
Am Mikrofon: Fabian Elsäßer
Liedermacherabend mit Tradition: u.a. mit Heinz-Rudolf Kunze, Manfred Maurenbrecher und Ina Regen
Die „Songs an einem Sommerabend“ sind in Künstlerkreisen ein fester Begriff, fürs überwiegend süddeutsche Publikum sowieso. Seit den späten 80er-Jahren spielten unter diesem Motto renommierte Liedermacherinnen und Liedermacher vor der mächtigen Fassade von Kloster Banz in Oberfranken. Inzwischen sind sie nach Würzburg umgezogen und finden dort vor ebenfalls eindrucksvoller Kulisse am alten Hafen statt. Dieses Jahr traten dort Heinz Rudolf Kunze, Manfred Maurenbecher und Richard Wester, Ina Regen, Lars Reichow und Matthias Brodowy auf. Erfunden wurden die „Songs“ von Radio-Urgestein Ado Schlier. Er feierte im Januar dieses Jahres seinen 90. Geburtstag, hat aber auch das aktuelle Programm mitgestaltet. Diese Festival-Ausgabe, sagt Schlier, sei seine letzte – so recht vorstellen kann man sich das eigentlich nicht.
22:00 Uhr ByteFM The Good Nightz mit Sebastian Hampf
Forever Lost
Heute mit einer News-Rutsche, viel HipHop und Elektronik: Tracks kommen unter anderem von Samy Deluxe, Die P, Verses GT, Josie Miller, Major Lazer und Jonathan Jeremiah.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Robert Schmucker, Professor für Raumfahrttechnik
Robert Schmucker ist ein Raketenmensch und ein unruhiger Geist. Schon als Jugendlicher tüftelte er an Triebwerken, später studiert er an der TUM, forschte bei der NASA und war Teil des UN-Inspektionsteams im Irak. Der TUM blieb er bis heute treu und hält noch mit 81 Jahren Vorlesungen. Mit seiner Stiftung engagiert er sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche – und er ist süchtig nach Kunst und sammelt Bilder von August Seidel, wie er Caro Matzko im März bei „Eins zu Eins. Der Talk“ erzählt hat.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielraum
Unter dem Radar – Neue Bands, neue Sounds
Am Mikrofon: Tim Baumann
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Grenzenlos lyrisch“ Die irische Komponistin Ina Boyle. Von Sylvia Roth
Ihren Heimatort in den idyllischen Hügeln von County Wicklow hat sie ihr Leben lang nicht verlassen – und doch hat die irische Komponistin Ina Boyle sich umfassende musikalische Welten erschlossen. Ihr Oeuvre weist eine beeindruckende Bandbreite auf, reicht von kleineren kammermusikalischen Werken bis hin zu Sinfonien, Balletten und Motetten. Boyle kämpfte beharrlich um Aufführungen, aber nur wenige ihrer Kompositionen wurden zu Lebzeiten gespielt. Erst seit einigen Jahren wird sie langsam wiederentdeckt.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
„Family Affair in Woodstock“ Americana Music mit Amy und Levon Helm. Mit Matthias Röckl
Aufnahme vom 21. Juni 2025
In der heutigen Stunde schauen wir auf eine ganz beosndere Family Affair und tauchen ab in Americana Music mit Amy und Levon Helm. Dazu hat Matthias Roeckl Amy Helm zum Interview in Woodstock getroffen. Die Sängerin stammt aus einer prominenten Musikerfamilie. Ihr Vater, Levon, war Sänger und Schlagzeuger, und eine prägende Figur der 1960er und 70er Jahre mit seiner Band „The Band“. Er stand auch mit Bob Dylan auf der Bühne, war Wegbereiter jenes Musikstils, den wir heute als Americana bezeichnen. Amy wird darüber sprechen, wie es eigentlich war, mit einem berühmten Vater aufzuwachsen. Sie erzählt Geschichten, wie die beiden gemeinsam auf der Bühne standen. Wir hören dabei auch viel ihrer eigenen Musik. Seit 2014 ist Amy Helm als Solokünstlerin unterwegs, gerade auch auf Europatour.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz
A Rising Vocal Star – Der haitianisch-amerikanische Sänger Tyreek McDole. Von Anja Buchmann
Ursprünglich war Tyreek McDole Perkussionist – als bei der Probe mit einem Musical-Orchester ein Sänger ausfiel, ist er eingesprungen und blieb beim Gesang.
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton
Die Gewinner:innen des Prix Ars Electronica 2025
Die Preisträger:innen des Prix Ars Electronica 2025 in der Kategorie „Digital Musics and Sound Art“
Die erste der beiden heuer verliehenen Auszeichnungen ging an Jonathan Reus und Jaap Blonk. In einer „dataset making performace“ trainiert Blonk live on stage seinen virtuellen Stimmklon Bla Blavatar, einen eigens entwickelten KI-Algorithmus, der von Jonathan Reus wie ein Musikinstrument gespielt wird. Im Laufe der Performance entwickelt sich die anfänglich strukturierte Aufzeichnung der von Blonk vorgetragenen „Dataset Poems“, die gleichzeitig als Trainingsdatensätze dienen, immer mehr zu einem „absurden „Kampf“ zwischen den stimmlichen Fähigkeiten von Mensch und Klon“. Die zweite Arbeit, die von der Jury mit einer Auszeichnung bedacht wurde, rückt den Verlust von Daten, konkret von Klangdaten, die auf einer Reihe von EPROM Mikrochips gespeichert wurden, im Wortsinn ins Rampenlicht. In ihrer Installation „Mineral Amnesia“ setzt Ioana Vreme Moser einige EPROMs so lange dem UV-Licht aus, bis die Klänge erodieren und schließlich verschwinden. Das Publikum ist eingeladen, diesen „kollektiven Gedächtnisverlust“ in Echtzeit mitzuerleben.