Radiotipps für den 24.11.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
17:00 Uhr ByteFM La France, en confidence – Verletzungen, und wie man damit umgeht.
Coline Rio hat ein ganzes Album über die Geborgenheit im Zuhause geschrieben (La Maison) und ein wunderbares Lied darüber, wie verletzlich sie ist, wenn sie sogar dort – sozusagen im geschützten Raum – verletzt wird („Manteau Chagrin“). Und Patrick Watson (Album „Uh Oh“) singt über das Gefühl, das er seit ein paar Jahren hat: immer „hinzufallen“ – wegen, ohne dass er sie benennt, all der irren Entwicklungen in der Welt. Dass er sich manchmal so klein fühlt, so verletzt fühlt, und dass er dann seine Antennen ausfährt, um – Zitat – „ein Lied zu fangen“… Das mit dem Lied könnte ein therapeutischer Vorschlag sein, der die Musikerinnen und Musiker in dieser Ausgabe verbindet. Außer den drei Genannten sind es: France Cartigny, Art Mengo, Magyd Cherfi und Maxime Dangle.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Jazziges mit Gitarre und Harfe von Bekmulin und Mangold & mehr Musik grenzenlos
Es ist eine eher seltene Kombination, mit der Gitarrist Christian Bekmulin und Anton Mangold uns an der Harfe beglücken.
19:30 Uhr Ö1 On Stage
Musikalische Fantasiereisen nach Indien: Louis Sclavis
Der französische Klarinettist Louis Sclavis und sein Quintett beim Jazzfestival Leibnitz 2025
Der 72-jährige französische Klarinettisten-Veteran Louis Sclavis greift in seinem aktuellen Programm ein altes Motiv wieder auf: Er reflektiert mit musikalischen Mitteln Bilder und Szenerien aus nahen oder fernen Ländern, deren eigentlicher Ursprungsort aber die Phantasie ist.
Im Fall von „India“, das an Sclavis‘ 1987 veröffentlichtes Opus „Chine“ anknüpft, reicht die Palette von einer Hommage an die indische „Banditenkönigin“ und Politikerin Phoolan Devi über eine „Night in Kali Temple“ bis hin zur Besteigung des K2. Am 27. September 2025 präsentierte Louis Sclavis das Programm mit Olivier Laisney (Trompete), Benjamin Moussay (Piano), Sarah Murcia (Bass) und Christoph Lavergne (Schlagzeug) beim Jazzfestival Leibnitz in der Südsteiermark.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Eltern zu dritt“ Acht Jahre Lebensrealität. Von Tini von Poser
Die Autorin ist seit acht Jahren mit der Regenbogen-Familie in Kontakt. Das Feature ist bereits der dritte Teil der Recherche: Wie lebt eine Familie mit drei Eltern?
Der fast achtjährige Pjotrek und die sechsjährige Janka kennen es nicht anders: Sie haben zwei Mütter und einen Vater. Kathleen und Maryna sind lesbisch und ein Paar. Alex ist schwul. Die beiden Mütter und der Vater wohnen in einem Haus in getrennten Wohnungen. Die Realität hat das optimistische Modell gezeichnet. Während Kathleen und Maryna für die Kinder die Kernfamilie ausmachen, ist Alex als Vater in den Hintergrund geraten. Viel Frust hat sich angestaut, doch es gibt auch glückliche Großfamilien-Momente. Bislang gilt in Deutschland das Zwei-Eltern-Modell: Pjotrek und Janka haben zwei Mütter, rechtlich betrachtet aber keinen sorgeberechtigten Vater. Für viele Alltagssituationen braucht Alex, obwohl er ihr biologischer Vater ist, eine elterliche Vollmacht. Im April 2024 hat das Bundesverfassungsgericht den Weg hin zu einer rechtlichen Anerkennung von Mehr-Eltern-Familien angedeutet. Die gesetzliche Neuregelung steht noch aus.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert
„Funkhauskonzert“ Live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur
Masha Qrella & Band
21:05 Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama
Neue Deutschlandfunk-Produktionen
Hector Berlioz: Symphonie fantastique, op. 14
Lili Boulanger: D’ un soir triste
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Nicolò Foron
Aufnahme vom August 2024 aus dem Konzerthaus „Die Glocke“ in Bremen
Am Mikrofon: Jochen Hubmacher
Der Deutschlandfunk-Förderpreisträger Nicolò Foron ist einer der spannendsten jungen Dirigenten der Gegenwart.
Es gibt nur wenige Dirigenten, die mit erst Mitte 20 so viel Erfahrung vorm Orchester haben wie Nicolò Foron. Schon als Teenager wurde Foron – 1998 in Genua geboren und in Bielefeld aufgewachsen – vom legendären finnischen Dirigentenmacher Jorma Panula unterrichtet, er arbeitete mit Top-Dirigenten wie Lorin Maazel, Riccardo Muti oder Peter Eötvös. Spätestens seit dem Gewinn des Donatella Flick-Dirigierwettbewerbs in London 2023 interessieren sich Top-Orchester in ganz Europa für ihn. Als Deutschlandfunk-Förderpreisträger durfte Nicolò Foron gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin eine CD aufnehmen. Sein immenser Erfahrungsschatz, sein sehr kluger, analytischer Zugang bei den Proben, seine natürliche Musikalität und die mitreißende Energie, die er imstande ist auf der Bühne zu entfesseln – dieses Gesamtpaket machen die Einspielung von Lili Boulangers „D’ un soir triste“ und der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz zu einem echten Hinhörer.
21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Einstand
„Spielerischer Ernst“ Der Komponist Clemens K. Thomas. Von Hannah Bernitt
Alltagsrealismus trifft auf kindlich unschuldiges Spiel, europäische Musiktradition auf Popkultur. Geprägt von essenziellen Fragen und akuten Herausforderungen, verhandelt Komponist und Kurator Clemens K. Thomas die Gegenwart in seinen Werken ebenso, wie die euphemistische Nostalgie gegenüber der Vergangenheit. Die Autorin Hannah Bernitt hat den jungen Komponisten getroffen.
22:00 Uhr ByteFM Rock The Casbah mit Burghard Rausch
Go Man Go And Rock The World
In dieser Ausgabe gibt Neues und Aktuelles von Skindred, Cheap Trick, Finger Eleven, Lansdowne, Laura Cox, The Liverbirds, Francis Rossi, The Hives, Danko Jones, The Damned, Yeast Machine, Stone und The Vices. Älteres kommt von Blondie (wg. des 71. Geburtstages von Trommler Clem Burke / + 06.04.2025). Außerdem eindringliche und verschärfte Konzert-/Tourneehinweise/Veranstaltungshinweise für Skindred, The Hives, Danko Jones und Yeast Machine.
22:03 Uhr Logo ARD Jazz Spotlight
Seelenvoll und furios ‒ Der Saxofonist und Flötist Jakob Manz. Von Daniella Baumeister
Er ist gleichzeitig Shooting Star und ein „Alter“ in seinem Metier. Jakob Manz war in allem immer ein bisschen früher dran als andere und vor allem sehr viel besser. Mit fünf an den Drums, mit neun die Blockflöte, mit 15 als Jungstudent an der Stuttgarter Musikhochschule, mit 19 veröffentlicht er sein erstes Album: „Natural Energy“. Es folgen viele Preise, und mit 24 jetzt die „Jazz Residenz“ der Alten Oper Frankfurt. Eine natürliche Energie zeichnet ihn aus, klangvoll und klar, unprätentiös, seelenvoll und furios. Ein Ausnahmetalent in jeder Hinsicht.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Hallelujah! Nonnen-Pop und Gospel-Dub“ Musik von Sister Irene O’Connor, Rosalía und Natalie Bergman
Mit Ann-Kathrin Mittelstraß
Die „Late Nite Sounds“ kommt heute wie eine Art Mitternachtsmesse daher. Aber keine Sorge, man muss nicht religiös sein, um sich von der Musik beseelt zu fühlen. Man muss nur anerkennen, dass es Nonnen gibt, die verdammt gute Popmusik machen. So wie die australische Franziskaner-Nonne Sister Irene O’Connor. Ihr Album „Fire of God’s Love“ von 1973 war lange verschollen und ist jetzt wieder als Reissue aufgelegt worden. Darauf: zauberhafter, zuweilen psychedelischer DIY-Pop. Außerdem hören wir Musik von der Klavierspielenden, ägyptischen Nonne Emahoy Tsege Mariam Gebru. Wir gehen ins Jahr 1972, wo die Münchner Band Popol Vuh ihr Album „Hosianna Mantra“ veröffentlicht hat, das als eins ihrer besten gilt. Wir hören die Spanierin Rosalía, deren Christus Diamanten weint. Und wir hören, wie Natalie Bergman in ihrem folkigen Gospel-Dub Halt im Glauben findet.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Dietrich Buxtehude – Komponist und Orgelvirtuose (1/5). Mit Jan Ritterstaedt
23:03 Uhr WDR 3 Open
Baltische Stimmen: Baltic Sisters & Co.
Können Sie sich vorstellen, dass Frauen in Estland, Lettland und Litauen oft ganze Nächte lang singen? Das mag man glauben, wenn man die Gruppe The Baltic Sisters hört! Babette Michel stellt sie vor.
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton
Lachenmanns Lectures in Graz
Der demnächst 90-jährige Komponist Helmut Lachenmann gab in Graz durch Gespräche und bei musikalischen Proben seine Erfahrungen weiter. Eine Reportage mit Interview und exklusiver Klavierperformance des legendären Künstlers.
Helmut Lachenmann gilt als der Komponist, der die Welt der Geräusche in die Instrumentalmusik gebracht hat. Man denke etwa an die instrumentale Klangwelt seiner Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ oder das Streichquartett „Gran Torso“, das statt vom Klang von den mechanischen und energetischen Bedingungen bei der Klang-Erzeugung ausgeht. Kurz gesagt: Nach Lachenmann konnte nicht mehr so komponiert werden wie vor Lachenmann.
Doch nicht nur mit seinen Werken ist Lachenmann Maßstab gebend, sondern auch als Lehrender. Der Komponist war im Anfang 2024 acht Tage lang auf Einladung der KUG in Graz und hat dort nicht nur ein langes Lecture-Gespräch mit seinem Schüler Clemens Gadenstätter geführt, sondern auch mit Studierenden der Kunstuniversität geprobt. Bewundernswert, mit welcher Offenheit, aber auch Genauigkeit und Ausdauer Lachnmann in Graz mit den jungen Menschen gearbeitet hat. Sein neugieriges Zugehen auf das jeweilige Gegenüber war dabei von einer sympathischen Direktheit geprägt, die auch das einstündige Interview bestimmt hat, das er Ö1 vom Pianino aus in einem Übungszimmer der Universität gegeben hat – inklusive improvisierter Musikbeispiele am Klavier, von Morricone bis Lachenmann.