Radiotipps für den 28.3.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Ich war der Fremde“ Eine Lange Nacht über den Schriftsteller Edgar Hilsenrath
Von Helmut Braun Regie: Sabine Fringes
(Wdh.v. 11./12.12.2010)
Das Leben Edgar Hilsenraths verlief gewöhnlich. Zumindest für einen deutschen Juden, der 1926 geboren wurde. Schon der Schuljunge erlebt Ausgrenzung, Schikanen, Verfolgung, muss um Leib und Leben fürchten. 1938 flüchtet er mit Mutter und Bruder in die rumänische Bukowina. Von dort werden sie im Oktober 1941 in das Ghetto Mogilev-Podolski in der Ukraine deportiert. Seither ist Hilsenraths Leben ungewöhnlich. Er überlebt Hunger, Kälte und Seuchen. Nach der Befreiung flieht der junge Mann nach Palästina, dass er vier Jahre lang als unwirtliches gelobtes Land erlebt. Exil in Frankreich und schließlich die Emigration nach New York bringen ihn von Fremde zu Fremde. Er will Schriftsteller sein. Der Ghettoroman „Nacht“, der satirische Roman über die Täter „Der Nazi & der Friseur“ entstehen. Der Autor kehrt zurück in seine geliebte Muttersprache, lässt sich in Berlin nieder. Spät hat Edgar Hilsenrath Erfolg; seine Bücher erreichen hohe Auflagen, ernten Lob von der Kritik, den Lesern, der Wissenschaft. Das Fazit des alten Mannes: „Ich war der Ausgegrenzte, der Flüchtling, der Deportierte, der Emigrant, ich war immer der Fremde.“ Hilsenrath, dessen Geburtstag sich am 2. April zum hundertsten Mal jährt, ist 2018 gestorben.
03:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart
„Klassik reloaded“ Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 11.01.2026
Sergej Rachmaninow: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 fis-Moll op. 1
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 2 c-Moll
Anna Vinnitskaya, Klavier; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Valentin Uryupin
(Wdh. v. 20.01.2026)
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
König der Muskeln. Die Arnold Schwarzenegger-Story. Portrait eines Bodybuilders
Von Barry Graves RIAS Berlin 1985
Arnold Schwarzenegger – geboren im kleinen Ort Thal bei Graz in der Steiermark, Österreich – zieht als Bodybuilder in die USA, um seine außergewöhnlichen Muskeln auch international zu präsentieren. Bald wird er zu einem der größten Action-Helden Hollywoods. Mit Rollen wie „Conan“ und „Terminator“ avanciert er zum Leinwandstar. In den 2000er-Jahren startet „Arnie“ zudem eine politische Karriere in Kalifornien.
14:00 Uhr HR 2 Archivschätze
Amerikanische Reportagen
Sie waren die ersten Korrespondenten der deutschen Rundfunkanstalten in den U.S.A. Sie berichteten in den 1950er Jahren in der Reihe „Aus dem amerikanischen Leben“ über den amerikanischen Alltag, aus der Forschung, über Kunstereignisse und kulturelle Neuentdeckungen. Sie führen Interviews mit Menschen, denen Amerika zum Exil wurde. Sie berichten über eine Käthe Kollwitz-Ausstellung in New York, über die erste Fernsehsendung in Farbe, über eine Touristenattraktion in Nevada, ein neues Stück am Broadway oder ein Restaurant mit dem Namen „Zur Ronneburg“ in Iowa.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Kommt gestern morgen?“ – Eine Alexander-Kluge-Montage
Am 25. März 2026 ist Alexander Kluge, Jurist, Filmemacher, Autor und Philosoph, „der genaueste Chronist des 20. Jahrhunderts“, im Alter von 94 Jahren verstorben. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine Produktion aus dem Jahr 2022.
Kluges Werk durchzieht ein tiefes Misstrauen gegenüber den starren Versprechungen der europäischen Moderne. Gleichzeitig scheint er von einer geradezu Brecht’schen (Sprach-)Freude getrieben, die Institutionen der Aufklärung zu hinterfragen: Wissenschaft, Recht und Geschichte erzeugen binäre Wahrheiten, sie trennen „Hirn, Gefühl und Taten des Menschen voneinander“. Die Folgen seien gesellschaftliche Wirklichkeiten, die durch Gewalt, Sexismus oder Rassismus geprägt sind.
Klangkomposition: Stefan Weber. Bearbeitung und Regie: Christian Lerch (ORF 2022)
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
Provinzjugend – Eine Suche. Von Tobias Siebert
Regie: Giuseppe Maio
Ton: André Lüer Dramaturgie: Tobias Barth Mitteldeutscher Rundfunk 2025
Harsewinkel – dieser Ort lässt den Autor Tobias Siebert nicht los. Im Gegensatz zur AfD-Parteivorsitzenden Alice Weidel, die ebenfalls von dort kommt, erinnert er sich mit gemischten Gefühlen an das Aufwachsen in der ostwestfälischen Provinz.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Eulenspiegel der Klarinette – Zum 120. Geburtstag von Pee Wee Russell. Von Hans-Jürgen Schaal
Der Klarinettist Pee Wee Russell war ein bizarrer Sonderfall der Jazzgeschichte – ein Exzentriker an seinem Instrument. Er wurde im Chicago der 1920er-Jahre bekannt, gehörte aber keiner Schule an, passte in keinen Stil. Als Improvisator ging er abenteuerliche Wege, experimentierte auch mit der Intonation und brachte auf der Klarinette seltsame Knurr- und Flüsterlaute hervor. Lange Zeit galt Russell als etwas kauziger Dixieland-Musiker. In den 1960er-Jahren jedoch entdeckte man in ihm den Avantgardisten. Zuletzt spielte er Stücke von Neuerern wie Ornette Coleman und Thelonious Monk.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
AySay aus Kopenhagen mischt Funk und Groove mit traditionellen Klängen, die Band Squeeze legt ein neues Konzeptalbum vor und Pat Metheny kommt mit seinem Nachwuchsprojekt „Side-Eye“ auf Tour nach Deutschland. Dazu präsentieren wir die neuen Alben der Tedeschi Trucks Band, von Hurray For The Riff Raff, Lisa Bassenge und vieles mehr.
19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots
Jimmie Vaughan zum 75. Geburtstag | Debut auf eigenem Label: One Mississippi – neues Album von Eric Bibb | Große Verbeugung vor dem größten Bluesmann – B.B. King’s Blues Summit 100
20:05 Uhr Deutschlandfunk Studio LCB
Aus dem Literarischen Colloquium Berlin
Lesung: Tomer Gardi, Helene Hegemann, Tim Staffel
Moderation: Katharina Teutsch
Der Geist Berlins verändert sich: Unter anderem Häuserspekulation und hohe Mieten führen zu sozialen Spannungen, von denen die drei im LCB vorgestellten Gegenwartsromane handeln. „Liefern“ ist der dritte auf deutsch erschienene Roman des Israelis Tomer Gardi, der für „Eine runde Sache“ 2022 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden ist. Gardi führt uns in einem globalen Arbeitsweltepos von Eritrea nach Tel Aviv weiter nach Berlin, Delhi, Istanbul und Buenos Aires in die Netzwerke der modernen Lieferservices. Und das kann schonmal tragikomisch werden. Denn der Erzähler verjubelt in der Türkei das Preisgeld, das er für einen einst gefeierten Roman erhalten hat. Könnte das autobiografisch sein? Dem eigenen Berliner Leben abgeschaut ist auch der Roman „Südstern“ von Tim Staffel, der in Kreuzberg spielt und den Polizisten Deniz auf die Drogendealerin Vanessa treffen lässt. Gemeinsam erleben die beiden eine Liebesgeschichte, die sämtliche Härten und Schönheiten dieser Stadt enthält.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
20 Jahre Jazzahead
Viele große Namen und noch viel mehr eher unbekannte Bands haben seit 2006 auf den Bühnen der jazzahead gestanden. Insbesondere seitdem sich das Showcase-Programm zum Kern des Festivals entwickelt hat, ist Bremen zum zentralen Ort für Jazz-Entdecker und internationale Profis geworden. Zwei Stunden reichen bei weitem nicht aus, um auf die vielen Radio Bremen Mitschnitte zurückzublicken. Somit nur eine Auswahl aus den hunderten Acts, bevor vom 23. bis 25. April 2026 mit Partnerland Schweden der 20. Geburtstag gefeiert wird. Mit Titeln unter anderem von Ed Motta, Shuteen Erdenebaatar, Jazzmeia Horn und Alune Wade.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Produziert im Deutschlandfunk Teil 9: Musikszene Holland
Aufnahmen mit Annelie des Man, Marcel Worms, Ensemble Insomnio, Aurelia Saxophone Quartet u.a.
Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre
CD-Produktionen mit niederländischen Interpreten aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal.
Vielstimmigkeit zeichnet das niederländische Musikleben der Gegenwart. Unter den Komponisten finden sich überwiegend musikalische Einzelgänger, deren Neugier auf konzeptionelles Arbeiten oder ein Reagieren auf gesellschaftliche Verhältnisse gerichtet ist. Auffällig ist zudem eine ausgeprägte Ensemble- und Solistenkultur, die sich in unterschiedlichsten Formationen als Reaktion auf das etablierte Orchesterwesen profiliert hat. Aus verschiedenen Blickwinkeln widmen sie sich über die heimischen Grenzen hinaus bevorzugt zeitgenössischem, unbekanntem oder in Vergessenheit geratenem Repertoire unterschiedlichster Genres. CD-Produktionen, mit niederländischen Interpreten, die über einen Zeitraum von gut 20 Jahren im Deutschlandfunk-Kammermusiksaal in Co-Produktion mit verschiedenen Labels entstanden sind, stehen hierfür.
23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch
BORED TEENAGERS!
1976 – das Erscheinungsjahr der ersten Punk-Singles. 2026 – Punk wird 50.
Antikörper-Moderator Mark Kowarsch stellt in dieser Sendung das Buch „Bored Teenagers“ vor, das der Ventil Verlag extra zum runden Geburtstag veröffentlicht hat! Außerdem gibt es Musik von Neil Young & Crazy Horse, Das Aus der Jugend & BSK, Das blanke Extrem, The Adverts, Sibbe Rakete feat. Captain Gips, Weird Nightmare, Grade 2, The Bobby Lees, Portrayal Of Guilt, Hedge Burners, Pixies, Die Verlierer, Dead Pioneers, Die Cigaretten, Would, Cheap Perfume, The Bug Club und Floyd Hemorrhoid.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
Die Konzertvorschau von Montag, 30. März bis Ostersonntag, 4. April
Mit Ralf Summer
Wer kommt auf Tour? Welche Band gibt Konzerte bei uns? Das beantworten wir immer am Wochenende um diese Zeit auf Bayern2. Der „InterRegio“ von „Nachtmix“ und „Zündfunk“ stellt spannende Acts vor, die kommende Woche im BR-Sendegebiet aufschlagen. Wie zum Beispiel Franz Ferdinand aus Schottland (München), die Skatepunks von Melonball aus Nürnberg stellen ihr neues Album vor, Peter Hook – Ex Joy Division / New Order spielt Lieder seiner früheren Bands (Dienstag, Muffathalle), das ImportExport in München stellt am Karfreitag (3.April) beim „Taxi Salon“ experimentelle Acts aus aller Welt vor, am Karsamstag beglückt der deutsche Star-DJ Sven Väth seine Fans im Blitz Club (Muc) mit einem stundenlangen Set. Das Osterwochenende nutzt die Freiburger Deutsch-Punk „Das Aus Der Jugend“ für mehrere Auftritte in Bayern: in Augsburg, Regensburg und Nürnberg. Die Feiertage locken etwas weniger Bands in den Süden als in der Vor- bzw folgenden Woche.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Ich war der Fremde“ Eine Lange Nacht über den Schriftsteller Edgar Hilsenrath
Von Helmut Braun Regie: Sabine Fringes
(Wdh. v. 11./12.12.2010)
Das Leben Edgar Hilsenraths verlief gewöhnlich. Zumindest für einen deutschen Juden, der 1926 geboren wurde. Schon der Schuljunge erlebt Ausgrenzung, Schikanen, Verfolgung, muss um Leib und Leben fürchten. 1938 flüchtet er mit Mutter und Bruder in die rumänische Bukowina. Von dort werden sie im Oktober 1941 in das Ghetto Mogilev-Podolski in der Ukraine deportiert. Seither ist Hilsenraths Leben ungewöhnlich. Er überlebt Hunger, Kälte und Seuchen. Nach der Befreiung flieht der junge Mann nach Palästina, dass er vier Jahre lang als unwirtliches gelobtes Land erlebt. Exil in Frankreich und schließlich die Emigration nach New York bringen ihn von Fremde zu Fremde. Er will Schriftsteller sein. Der Ghettoroman „Nacht“, der satirische Roman über die Täter „Der Nazi & der Friseur“ entstehen. Der Autor kehrt zurück in seine geliebte Muttersprache, lässt sich in Berlin nieder. Spät hat Edgar Hilsenrath Erfolg; seine Bücher erreichen hohe Auflagen, ernten Lob von der Kritik, den Lesern, der Wissenschaft. Das Fazit des alten Mannes: „Ich war der Ausgegrenzte, der Flüchtling, der Deportierte, der Emigrant, ich war immer der Fremde.“ Hilsenrath, dessen Geburtstag sich am 2. April zum 100. Mal jährt, ist 2018 gestorben.