Radiotipps für den 7.3.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Künstlerin, Naturforscherin, Weltreisende“ Eine Lange Nacht über Maria Sibylla Merian
Von Halina Dyrschka Regie: Philippe Brühl
(Wdh.v. 15./16.04.2023)
Was haben Zar Peter der I., Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Wolfgang von Goethe und Carl von Linné gemeinsam? Sie alle kannten Maria Sybilla Merian. Kurioserweise ist heute diese einzigartige Künstlerin vielen unbekannt, obwohl ihre bemerkenswerte Lebensgeschichte die Möglichkeiten aufzeigt, wie eine Frau im 17. Jahrhundert zur angesehenen Künstlerin und Insektenforscherin avanciert. Die hochbegabte Malerin und Kupferstecherin widmete ihr gesamtes Leben der Erforschung der Insektenwelt. Beseelt vom frühen Geist der Aufklärung, ließ sie die Faszination der Metamorphose – wie sich eine Raupe zum Schmetterling wandelt – ein künstlerisch einzigartiges OEuvre erschaffen. Neben ihrer Forschung gründete sie eine Malschule für Mädchen, bekam Aufträge von der adeligen Gesellschaft und betrieb Handel mit Farben, Tuch und Tierpräparaten. 1699 – bereits 100 Jahre vor Alexander von Humboldt – reiste sie allein nach Surinam, um dortselbst das Insektenuniversum zu studieren. 1705 erschien ihr bis heute zitiertes Werk „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“. Maria Sibylla Merian war ausgestattet mit Kühnheit, Unabhängigkeit und Forschergeist und offenbart sich in ihrer aufregenden Biografie als „moderne“ Naturforscherin.
03:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Klassik reloaded (Wdh. v. 11.02.2026)
Konzerthaus Berlin
Aufzeichnung vom 29.01.2026
Eduard Resatsch: „Premonition“ für Orchester (Uraufführung)
Josef Suk: Fantasie für Violine und Orchester g-Moll op. 24
Sergej Prokofjew: Sinfonie Nr. 6 es-Moll op. 111
Christian Tetzlaff, Violine; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Zum Frauentag“ Vorbild und Mythos – Die deutschen Trümmerfrauen
Von Meinhard Stark Deutschlandradio Berlin 1996
Vorgestellt von Isabella Kolar
Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die Trümmerfrauen die deutsche Ruinenlandschaft wieder bewohnbar. Jene Frauen also, die den Schutt aus den zerstörten deutschen Städten beseitigten, um den Wiederaufbau zu ermöglichen. Sie wurden oft zwangsverpflichtet und räumten mit einfachen Mitteln wie Schaufeln und Eimern Steine und Trümmer, um Straßen und Baustellen frei zu machen, was ihnen Lohn und Lebensmittelrationen sicherte.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„E T T Y“ – ausgezeichnet mit dem Ö1 Publikumspreis (1)
Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum.
Regieassistenz: Susanne Hofinger, Musik: Matthias Jakisic, Bearbeitung und Regie: Elisabeth Weilenmann (ORF/hr 2025)
Etty Hillesum war eine niederländische Jüdin, die 1943 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Nachdem sie 1941 Julius Spier kennengelernt hatte, der sowohl psychoanalytisch als auch körpertherapeutisch arbeitete, begann sie auf dessen Empfehlung Tagebücher zu schreiben. Das Gesamtwerk ihrer Tagebucheinträge, Briefe und Schriften wurde 2023 bei C.H Beck unter dem Titel „Ich will die Chronistin dieser Zeit werden. Sämtliche Tagebücher und Briefe“ veröffentlicht.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Galopp & Gier
Mitte Februar hat das chinesische Jahr des Pferdes begonnen. Es lässt – so hört man – radikale Wendungen und großen Fortschritt erwarten. Klingt eigentlich nicht nach Tierwelt, sondern eher nach menschlicher Kopfgeburt. Doch was ist der Mensch? Eigentlich ein Tier, getrieben von Instinkten. Dies zumindest behauptet der US-Songwriter Luke Temple auf seinem neuen Album „Hungry Animal“ – nur klingt seine Musik dermaßen ausgeklügelt, dass sie die These sogleich widerlegt. Des Weiteren in der heutigen Ausgabe zu hören: neue Musik von Pet Owner, The Quarterlies und Bill Callahan.
18:00 Uhr radio 3 Orte und Worte
Mit Helene Bukowski in der ehemaligen DDR-Spezialschule für Musik in Berlin-Mitte
Eine Kiste voll mit Fotos, Briefen, Notizen und Kassetten war der Ausgangspunkt für Helene Bukowski ihren neuen Roman zu schreiben. „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ erzählt die Geschichte der jungen Pianistin Christina, die als Wunderkind erst an der Spezialschule für Musik in Ost-Berlin und dann am Konservatorium in Moskau ausgebildet wird. Aber mit nur 24 Jahren nimmt sie sich das Leben. Wer war die junge Frau? Und wie nähert man sich der Biografie einer Fremden? Wie kann und darf man sie erzählen?
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„doku drops 9+10“ Zusammenstellung und Moderation: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Deutschlandfunk Kultur 2026 (Ursendung)
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Sheroes & New Standards. Von Maxi Broecking
Von Alice Coltrane bis Carla Bley – noch immer sind Jazzkomponistinnen kaum im Kanon des Great American Songbook vertreten. Mit „New Standards – 101 Lead Sheets of Women Composers“ hat die Schlagzeugerin, Komponistin und Bandleaderin Terri Lyne Carrington, die in Boston das Institute for Jazz and Gender Justice gründete, ein alternatives Real Book herausgebracht, aus dem wir zum Weltfrauentag einige der herausragenden Werke vorstellen.
19:00 Uhr HR 2 Jazz and More
Heute u. a. mit zeitgenössischem Jazz und Jazz mit Weitblick
Ensemble Du Verre: Lost in Your Garden | Marius Neset & Bergen Big Band with Anton Eger: Time To Live | Shake Stew: Ten One Two | Airelle Besson & Lionel Suarez: Blossom | Marco Mezquida: Táctil
19:03 Uhr Bayern 2 Zündfunk
„Elektro ohne Grenzen“ Diese Songs sind Rassismus-Gegengift
Mit Ferdinand Meyen
Hat die Tanzfläche das Zeug zu einer kleinen Utopie für eine Welt ohne Grenzen? Die Künstlerinnen und Künstler der Partyreihe „Cutting Borders“ sagen in diesem „Zündfunk“ Playback: „Ja, auf jeden Fall“. Denn Grenzen in Bezug auf Kultur, Musik und sogar auf geographische Grenzen passen nicht zur Art und Weise, wie sie Musik machen. Ihre Songs zeigen, wie man Grenzen aufbricht, wie Musikstile verschmelzen, elektronische Beats sich mit arabischer, indischer oder klassischer Musik vermischen können. Obwohl die Musik von DJs wie Acid Arab, Aly Mrabet, Benjemy oder Hiba Salameh dabei nicht explizit politisch daherkommt, ist sie es aktuell umso mehr – in einer Welt, in der sich Länder, Kulturen und politische Lager mehr und mehr voneinander abschotten. Alle Songs in dieser Stunde kann man als Gegengift zum Rassismus und Ethnonationalismus der neuen Rechten verstehen. Als musikgewordene Antithese der Idee, das bestimmte Kulturen einfach nicht zusammenpassen.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
In The Air Tonight!
Liegt was in der Luft? Ja, Aufbruchstimmung! Verbreitet von Uffie und Modeselektor und Apauli und DJ Cam und Christian Vogel. Nice!
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats Februar 2026.
„Damaskus danach“ Von Mudar Alhaggi
Regie: Anouschka Trocker / Regieassistenz: Marie Permantier
Komposition: Rabih Beaini
Song: Shadi Ali
Technische Realisation: Markus Freund, Elke Steinort
Dramaturgie: Thilo Guschas NDR 2025
Die Jury der Akademie der Darstellenden Künste benannte „Damaskus danach“ zum Hörspiel des Monats Februar 2026.
21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme
„Out of Vienna“
Anton Webern: Langsamer Satz für Streichquartett
Fünf Sätze für Streichquartett op. 5
Alban Berg: „Lyrische Suite“ für Streichquartett
Erwin Schulhoff: Fünf Stücke für Streichquartett
Leonkoro Quartett
Deutschlandfunk Kultur / Alpha Classic 2026
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
John Hammond
John Hammond Jr. war einer der ersten weißen Interpreten von traditionellem Blues. Meist mit Akustikgitarre, eher selten elektrisch verstärkt. Am 28. Februar ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.
Mitschnitte vom 2. Mai 2002, Moments, Bremen und vom 2. November 1984, Schauburg, Bremen
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Traumduo Blockflöte plus Schlagwerk“ Mathis Wolfer und Samuel Gogniat im Deutschlandfunk
Am Mikrofon: Julia Kaiser
Das Duo erkundet die Welt der Blockflöten mit Mitteln eines Perkussionisten und haucht dem Schlagwerk holzbläserischen Atem ein.
Musikaufnahmen stellen für junge Künstler heute keine unlösbare technische Hürde mehr dar. Umso wertvoller ist es, Musik eigener Wahl einmal unter professioneller Betreuung einspielen zu können. Zwei Stipendiaten des Deutschen Musikwettbewerbs 2025 bekamen im September 2025 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal dazu die Gelegenheit. Je einen halben Tag produzierten der Blockflötist Mathis Wolfer und Perkussionist Samuel Gogniat solistisch als auch gemeinsam. Wolfer wählte ein älteres Stück von Luc Breweays und eine Uraufführung von Elisabeth Fußeder. Gogniat hatte sich für die „Dances Of Earth and Fire“ von Peter Klatzow entschieden. Höhepunkt des Aufnahmetages war das für beide und ihre ungewöhnliche Instrumentenkombination neu geschriebene „Fluido“ des Dlf-Kompositionspreisträgers Jonas Otte.
23:00 Uhr ByteFM Eingefleischt mit Johnny Moonlight & Marcus „Bart“ Grasseck
Berlin Berlin
In der aktuellen Folge präsentieren euch Johnny und Bart ein Special der besonderen Art. Um den Byte.FM UKW Start in Berlin zu feiern, spielen die beiden ausschließlich Tracks von Bands, die ihren Wurzeln in der Hauptstadt haben, u.a. mit dabei sind Maggot Heart, Raze und Downfall of Gaia.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Uwe Dierksen: „Hirngespinste“ A Special View on Life and Death
„Die Hirngespinste beschäftigen sich mit dem Blick auf das Leben aus der Perspektive eines Ausnahmezustands, bedingt durch Krankheit oder einen Schockmoment.“
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Jazz global: Improvisatio Florae – Die verschlungene Welt der Jazzpflanzen. Mit Konrad Bott
Manch eine trägt spitze Dornen, andere zeigen sich samtweich. Manche schießen hoch der Sonne entgegen, andere gedeihen nachts und winden sich am Boden: Pflanzen haben Künstlerinnen und Künstler schon immer fasziniert, auch im Jazz. Und so sind Projekte, Alben und Stücke entstanden, die sich an der Flora orientieren. Dabei erscheinen die einen anmutig dekorativ, die anderen mit heilenden Kräften. Schlagen Sie sich mit uns durch den Dschungel der kleinen und großen Jazzpflanzen – es lohnt sich!
23:03 Uhr WDR 3 Studio Elektronische Musik
Nexus [26b] Die Baschet-Instrumente und die GRM. Mit Reinhold Friedl
Die Brüder François und Bernard Baschet wollten mit ihren neuartigen akustischen Musikinstrumenten die Musik ähnlich revolutionieren wie Pierre Schaeffer es mit seiner Musique concrète getan hatte.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Künstlerin, Naturforscherin, Weltreisende“ Eine Lange Nacht über Maria Sibylla Merian
Von Halina Dyrschka Regie: Philippe Brühl
Was haben Zar Peter der I., Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Wolfgang von Goethe und Carl von Linné gemeinsam? Sie alle kannten Maria Sybilla Merian. Kurioserweise ist heute diese einzigartige Künstlerin vielen unbekannt, obwohl ihre bemerkenswerte Lebensgeschichte die Möglichkeiten aufzeigt, wie eine Frau im 17. Jahrhundert zur angesehenen Künstlerin und Insektenforscherin avanciert. Die hochbegabte Malerin und Kupferstecherin widmete ihr gesamtes Leben der Erforschung der Insektenwelt. Beseelt vom frühen Geist der Aufklärung, ließ sie die Faszination der Metamorphose – wie sich eine Raupe zum Schmetterling wandelt – ein künstlerisch einzigartiges OEuvre erschaffen. Neben ihrer Forschung gründete sie eine Malschule für Mädchen, bekam Aufträge von der adeligen Gesellschaft und betrieb Handel mit Farben, Tuch und Tierpräparaten. 1699 – bereits 100 Jahre vor Alexander von Humboldt – reiste sie allein nach Surinam, um dortselbst das Insektenuniversum zu studieren. 1705 erschien ihr bis heute zitiertes Werk „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“. Maria Sibylla Merian war ausgestattet mit Kühnheit, Unabhängigkeit und Forschergeist und offenbart sich in ihrer aufregenden Biografie als „moderne“ Naturforscherin. (Wdh.v. 15./16.04.2023)