Radiotipps

Radiotipps für den 8.12.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial

Sammy Davis Jr. – I’ve gotta be me!
Hommage zum 100. Geburtstag von Sammy Davis Junior

Als Sammy Davis Jr. zwei Jahre alt ist, beschließt sein alleinerziehender Vater, ein Vaudeville-Künstler, ihn mit auf Tournee zu nehmen. Mit drei betritt Sammy erstmals die Bühne, mit vier ist er fixer Bestandteil des väterlichen Will Mastin Trios, mit sechs bereits ein alter Hase im Show Business. Eine Schule hat er nie besucht, allerdings kann er, bevor er noch im schulpflichtigen Alter ist, bereits Verträge aushandeln, singen, steppen, tanzen und das Publikum um seine kleinen Finger wickeln. Zum Beispiel als Stimmenimitator.
Der spindeldürre Mann maß nur 1.55 und war trotzdem auf den Bühnen der Welt einer der größten Allround-Künstler, gesegnet mit markanter kräftiger Stimme, unversiegbarer Musikalität und verschwenderisch großem Talent: Mit Leichtigkeit und Eleganz hob er beim Tanzen die Schwerkraft auf wie Fred Astaire, faszinierte als Sänger wie Sinatra. Ob als Schauspieler im Film oder Entertainer auf der Bühne – er beherrschte alles: vom Drama bis zur Komik, z.B. mit dem legendären Rat Pack – Dean Martin und Frank Sinatra.
Doch seine Geschichte ganz zu erzählen, heißt auch von grausamer Rassendiskriminierung zu berichten, von Erniedrigungen und Brutalität, denen Sammy Davis jr. als Schwarzer in den USA ausgesetzt war. Als er bei einem schweren Autounfall ein Auge verlor, dachte er, das war’s jetzt mit der Karriere. Tatsächlich pushte die Tragödie seine Popularität. Später sabotierte er sich selbst durch exzessiven Alkohol- und Drogenmissbrauch. Als lebenslang starker Raucher starb er 1990 mit 64 Jahren an den Folgen seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung. Geboren am 8. Dezember 1925 in Haarlem, New York, endete er nicht verwahrlost wie „Mr. Bojangles“ in seinem gleichnamigen Lieblingslied über einen alten obdachlosen Stepptänzer, sondern als Weltstar.
Einmal beim Golfen wurde er nach seinem Handicap gefragt. „Wo wir von Handicap reden -„, antwortete Sammy Davis Jr., „Ich bin ein einäugiger Schwarzer, der Jude ist.“ Denn 1960 war er vom Katholizismus zum Judentum übergetreten. „Ich wurde Jude, weil ich bereit und willens war, die Notlage eines Volkes zu verstehen, das tausende Jahre für eine eigene Heimat gekämpft hatte und sein Leben und Überleben dafür einsetzte, um sie schließlich zu erlangen, diese Heimat.“ Ob Sammy Davis Jr. seine Heimat gefunden hat? Wie er aber gegen alle Widerstände auf seiner eigenen sperrigen Identität beharrte, ist bespielgebend. Also weniger „Mr. Bojangles“ als viel mehr: „I’ve gotta be me.“


18:00 Uhr ByteFM Kontrabass mit Johannes Wallat

„Stay On“ Heute mit Musik von Kaelin Ellis, Truemendous, Cidtronyck, Jazzbois, De La Soul, Homeboy Sandman, Anthony Naples, Bitchin Bajas, Alina Bzhezhinska & Tony Kofi, Erobique, Saved My Life und Dego


19:00 Uhr HR 2 Hörbar

Minru: „Thin Places“ & mehr Musik grenzenlos
Eigentlich hatte sie ganz andere Pläne. Doch dann war da die einsame Waldhütte im schwedischen Winter. Das Leuchten der Morgensonne, die den Wald erwärmt, die weiten Landschaften, die Wildnis fernab vom Stadtleben – ein magischer „Thin Place“. Gut, dass Minru ihre Gitarre dabeihatte. Und so kamen die Songs ganz von selbst.


19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature

„Steigende Bodenpreise“ Die unterschätzte Gefahr. Von Caspar Dohmen
Boden ist zum Spekulationsobjekt geworden, die Preise steigen ungebremst. Das treibt Mieten und Lebensmittelpreise in die Höhe. Eine Entwicklung mit gesellschaftlichem Sprengstoff.
In Berlin haben sich die Bodenpreise in 15 Jahren verachtfacht. Das ist ein entscheidender Grund, warum auch die Immobilienpreise und Mieten in der Hauptstadt – wie auch in anderen Großstädten – so stark gestiegen sind. Auch in den ländlichen Regionen steigen die Bodenpreise – für Bauland und für landwirtschaftliche Flächen. Viele Landwirte bekommen Probleme, weil sie die steigenden Pachtpreise für die Äcker nicht mehr bezahlen können. Eine gefährliche Entwicklung. Wohnen, Essen und andere lebensnotwendige Güter werden immer teurer. Das birgt gesellschaftlichen Sprengstoff. Denn damit verbunden ist eine große Umverteilung. Vor allem Vermögende profitieren als Grundbesitzer von leistungslosen Renten, Geringverdiener dagegen leiden unter steigenden Mieten und Lebensmittelpreisen. Wie kann man diese Entwicklung stoppen oder zumindest bremsen? Sollte der Staat stärker eingreifen, zum Beispiel, indem er Land aufkauft und zu bezahlbaren Preisen zu Verfügung stellt? Könnte eine Bodenpreisbremse helfen, die den Preisanstieg per Gesetz reguliert?


20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert

Royal Albert Hall, London: St. Vincent & Band
Anne Erin Clark (St. Vincent), Gesang
Rachel Eckroth, Keyboards
Jules Buckley Orchestra
Aufzeichnung vom 03.09.2025
Sie war eine der großen Gewinnerinnen bei den diesjährigen Grammys. Gleich drei der begehrten Musikpreise konnte St. Vincent mit nach Hause nehmen, unter anderem die Auszeichnung für den besten Rocksong und für das beste Alternative Music Album. Doch das war nicht das einzige Highlight für die US-amerikanische Sängerin in diesem Jahr: Bei den BBC Proms im September feierte St. Vincent ihr Debut in der Londoner Royal Albert Hall. Zusammen mit einem 60-köpfigen Orchester präsentierte sie Songs aus ihrem aktuellen Album „All Born Screaming“ und auch Material aus früheren Phasen ihrer Karriere. „A glorious experience“ – meinte die Sängerin in einem Interview nach dem Konzert.


20:00 Uhr ARD Konzert

Klavierabend von Jean-Efflam Bavouzet in Mainz
Größeres Lob kann es für einen Künstler nicht geben: Jean-Efflam Bavouzet lasse uns, so die Fachkritik, Musik in einer Weise erleben, dass jeder sofort überzeugt sei: „Genau so muss der Komponist das gemeint haben!“
Jean-Efflam Bavouzet, Klavier
Joseph Haydn: Klaviersonate Nr. 31 As-Dur
Robert Schumann: Faschingsschwank aus Wien op. 26
Claude Debussy: Walzer „Hommage à Haydn“ / Jeux / Études (Livre II)
(Aufnahme vom 7. November 2025 aus dem Frankfurter Hof)


21:00 Uhr ByteFM Kalamaluh mit Till Lorenzen

La Grand Finale
Was ist denn das für ein Albumfinale im Jahr 2025? War Mitte November schon gefühlt eine anhaltende Ebbe eingetreten, kommen nun doch nochmal einige Banger. Snarky Puppy haben mit dem Metropole Orkest ein Livealbum namens „Somni“ rausgebracht – nach eigenen Angaben ihr bisher ambitioniertestes Projekt. Ebenso hat die Kanadierin Dominique Fils-Aimé mit dem Label Audiotree eine Livesession veröffentlicht, die all ihre stimmlichen und sinnlichen Qualitäten zeigt. DeWolff aus den Niederlanden hämmern uns mit Wumms auf „Fuego!“ ihre eigenen Lieblingssongs anderer Künstler um die Ohren und das äthiopisch-australische Kollektiv Black Jesus Experience hat mit „Time Telling“ ein exzellente Platte voller Afrobeat-Jazz-Fusion-Spoken Word-Rap-Songs veröffentlicht. Bleibt noch das `Oumuamua Orchestra, die mit „Golden Blue“ ihr Debut veröffentlicht haben – und dabei klotzen anstatt zu kleckern. Eine beeindruckende Orchesterjazzplatte, die voller popkultureller Verweise steckt.


21:05 Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
Alberto Ginastera: Streichquartett Nr. 1, op. 20
Klavierquintett, op. 29
Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur
Michael Korstick, Klavier; Minguet Quartett
Aufnahmen von Oktober 2019, September 2022, November 2024
Am Mikrofon: Klaus Gehrke
Argentinische Folklore und Avantgarde – Alberto Ginastera verschmolz sie zu nie gehörten Rhythmen und Klängen.
Der 1916 in Buenos Aires geborene Ginastera gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in Argentinien. Sein verhältnismäßig überschaubares Oeuvre, das von Opern über Sinfonien und Kammermusik bis zu Klavierwerken reicht, ist dagegen hierzulande nur wenig bekannt. Im Deutschlandfunk Kammermusiksaal hat das Minguet Quartett zusammen mit dem Pianisten Michael Korstick Ginasteras erstes Streichquartett von 1948 sowie sein fünfzehn Jahre später entstandenes Klavierquintett eingespielt. Beide Werke weisen eine mitunter herbe expressive Klangsprache auf. Dazu kam ein berühmter Klassiker der Quartettliteratur: das Streichquartett in F-Dur von Maurice Ravel, der vor 150 Jahren geboren wurde.


22:00 Uhr ByteFM Rock The Casbah mit Burghard Rausch

We Love It Louder
In dieser Ausgabe gibt Neues und Aktuelles von Danko Jones, Waltons, Seven Blood, Hokka, Smalltape, Radiohead, High School, H-Blocks, Thee Headcoats, Long Distance Calling, Älteres von New Model Army, Xmas Massacre, Rising Insane Weihnachtliches von den Waltons, Xmas Massacre. Außerdem eindringliche und verschärfte Konzert-/Tourneehinweise/Veranstaltungshinweise für New Model Army, Danko Jones, Seven Blood, Rising Insane und Radiohead


22:03 Uhr ARD Jazz

„Spotlight“ Hören wir Gutes und reden darüber!
Von Ulrich Habersetzer, Beate Sampson, Roland Spiegel


23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde

Carl Friedrich Abel – Gambist, Komponist, Konzertveranstalter (1/5). Mit Sabine Weber


23:03 Uhr WDR 3 Open

Märchenhaftes aus Armenien: Tigran Hamasyan. Mit Noelle O’Brien-Coker
Für seinen außergewöhnlichen Soundvisionen ist der armenische Musiker Tigran Hamasyan vielfach ausgezeichnet worden. Noelle O’Brien-Coker stellt den Ausnahmekomponisten vor.


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