Release Tipp: Ana Fosca – Poised at the Edge of Structure / The Helen Scarsdale Agency HMS065
Keine Ausreden, das hier ist brutal und schön. Basswellen erschüttern den Raum und über allem erklingt, nein, schreit Ana Fosca ihre Message.

Ana Fosca hat sich zu einer ernstzunehmenden Persönlichkeit entwickelt. Hier steht eine Frau, die wütet, ringt, sich mitteilt und offensichtlich mit der Veranlagung der Menschheit zu Tragödie, Gewalt und Verderben kämpft. Und es ist eine besondere Art von Lärm – einer, der düster, traurig und angsteinflößend ist, so wie die Verhältnisse eben sind.

Die „Mathematik der Trauer“ ist ein Ausdruck, den Fosca verwendet, um dieses Album zu beschreiben, in dem sie ihre persönlichen Verlusterfahrungen verarbeitet, um den Zustand des Menschen im Ganzen zu erörtern. Dieses Album lässt sich nie in die Kategorien wie Power Electronic, Dark Ambient, Death Industrial oder anderen elektroakustischen Spielarten einordnen, sondern absorbiert die wirkungsvollsten Facetten all dieser Ästhetiken. Aus der dänischen Underground-Szene stammend, findet ihre Arbeit Gemeinsamkeiten mit den frühen, wilden Klängen von Posh Isolation, Sie steht Puce Mary in Bezug auf ähnlich starke psychologische Proklamationen nahe.
„Poised at the Edge of Structure“ ist Foscas Debüt bei The Helen Scarsdale Agency, nachdem sie zuvor eine sehr limitierte Kassette auf dem russischen Nazlo und einer Zusammenarbeit mit Vanity Productions bei No Rent. Auf dieser Aufnahme zeigt sie ihr Gesamtkunstwerk als Ana Fosca in all seiner bedrückenden Tragweite. Sie komponiert entlang zyklonaler Muster aus entgegengesetzten Kräften, beißendem Lärm und unheilvollem Dröhnen.
Wenn sie ihre Stimme einsetzt, brüllt Fosca repetitive Gesänge tief in den Mix hinein, eine kathartische Beschwörung, in der all diese Qualen und Verzweiflung einen Sinn finden können.© Texte: The Helen Scarsdale Agency
Wie ich schon am Anfang geschrieben habe, ist Ana Foscas Musik brutal und ehrlich. Sie macht aus Ihrer Verzweiflung um den Zustand der Welt keinen Hehl. Hier werden keine Gefangenen gemacht, wie es so schön heißt. Die einen hüllen sich in repetitive Dreiklänge ein, und sie schreit ihre Wut über die gegenwärtigen Zustände hinaus. Das ist in seiner Kompromisslosigkeit beeindruckend und hat eine kathartische Wirkung. Musik muss nicht immer schön sein. In diesem Sinne: wer wagt, gewinnt.