Release Tipp: Nils Økland – Glødetrådar / Hubro

„Lysøen – Hommage à Ole Bull“ war meine erste musikalische Begegnung mit Nils Økland. Das Schnaufen und Stampfen des Harmoniums in Verbindung mit dem Klang der Hardangerfiedel. Das sind Klänge, die sich tief in mein musikalisches Bewusstsein eingegraben haben. Und seitdem rührt mich die Musik von Nils Økland mehr als vieles andere.

Nils Økland zählt zu jenen Musikern, die sich frei aller Genregrenzen, Kategorien bewegen können. Sein offener Geist ist immer auf der Suche nach neuen Verbindungen, in denen er seine Hardangerfiedel spielen kann. Sei es Jazz, Rock, Avantgarde oder Volksmusik. Bedenken oder Vorbehalte sind ihm fremd. Und so ist es kein Wunder, dass Manfred Eicher von ECM auf Nils aufmerksam wurde. Durch die daraus entstandenen Alben wird seine Musik jetzt weltweit wahrgenommen, was sie mehr als verdient hat.



„Ich arbeite gerne über einen längeren Zeitraum mit Leuten zusammen, damit wir uns musikalisch kennenlernen können. Ich interessiere mich nicht unbedingt für die Instrumente der Musiker, sondern für ihre Persönlichkeiten. Das Wichtigste ist, dass wir gut miteinander kommunizieren.“

Nils Økland

Nils Økland

„Seit dem ersten Vossa Jazz 1983 gab es zahlreiche bemerkenswerte Auftragsarbeiten, aber es ist schwer vorstellbar, dass eine davon so überzeugend war wie Nils Øklands „Glødetrådar.“

Ian Patterson, All about Jazz


Für mich ist es immer ein Fest, diese organische Mischung aus Folklore, Improvisation und zeitgenössischer Musik zu hören. Immer auch verbunden mit jenem Hauch an Melancholie, die der Hardangerfiedel eigen ist. Entstanden ist „Glødetrådar“ als Auftragswerk für das Fossa Jazzfestival und spiegelt eine Sehnsucht nach einfachen, unschuldigen Zeiten wider. Es basiert in erster Linie auf Skizzen und wird ohne Notation gespielt. Sie bietet einfache, emotionale Melodien, die es dem Ensemble erlauben, ruhig darüber zu meditieren. Wobei diese Musik nie nostalgisch klingt. Sie ist immer vorwärts gewandt und gewinnt ihre Faszination aus der hochkarätigen Besetzung.

Wie schon oben geschrieben, bin ich wieder im Nils Økland Land. Wie auf Hubro üblich, ist die Gesamtlaufzeit mit gut 40 Minuten kurz, aber dafür gibt es die Replay-Taste und die Einladung, sich die älteren Veröffentlichungen von Nils Økland anzuhören. Wobei die ECM Aufnahmen unbedingt dazu gehören sollten.

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