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Release Tipp: Orquesta Del Tiempo Perdido – Sepk / Shhpuma

So eine wunderbare, verrückte und etwas eigenwillige Musik. Das ist mein Favorit für diesen Sommer. Aber Vorsicht. Hinter diesen scheinbaren Ohrwürmern verbergen sich Texturen, die einen immer wieder irritieren und zum nochmaligen Hören verleiten werden.


Aus dem Kopf des niederländischen Komponisten und Gitarristen Jeroen Kimman kommt Sepk, das dritte Album seines Orquesta del Tiempo Perdido. Hier spricht ein Meister der Atmosphäre. Die Musik umgibt einen von Anfang an, als ob ein Nebelschleier die Luft erfüllt. Das ist keine schmückende Kulisse, sondern ein greifbarer Dunst. Man spürt die Anziehungskraft, die von allen Seiten kommt. Begleitet von zehn der besten Musiker Amsterdams präsentieren Jeroen Kimman und das Orquesta del Tiempo Perdido ein Dutzend Lieder, die weit über die uns vertraute Musikwelt hinausgehen. © Text: Label


Orquesta del Tiempo Perdido

Sepk ist ein Album ohne eingängige Melodien. Diese Songs scheinen oft keine feste Oberfläche zu haben: was sich darunter rührt, liegt obenauf. Mit klappriger, gummiartiger Präzision vorgetragen, sagt diese Musik klar, was sie zu bieten hat. Orquesta del Tiempo Perdido macht keine Umwege, sondern taucht direkt in die Tiefen seines musikalischen Kerns ein. Man möchte sich in diesem Raum verlieren. Die Lieder klingen, als ob man sie schon seit Jahren kennt, und doch entgleiten sie einem immer wieder. Das ist Musik auf der Suche nach ihrer eigenen Essenz, die sich immer wieder von innen nach außen dreht. Gleichzeitig hat man das Gefühl, dass sich diese Musik tief im Inneren einnistet, so als käme sie aus dem eigenen Inneren. © Text: Label


Wir haben vor 2 Sommern mit den Aufnahmen begonnen und sie im letzten Sommer abgeschlossen; wir sind also schon mitten in Album #4…
Auf Sepk sind 10 meiner kreativen Lieblingsmusiker aus der Amsterdamer Szene vertreten, und obwohl wir die üblichen eklektischen neuen Exotica-Sounds überall hören können, ist der allgemeine Konsens einiger mir nahestehender Leute, dass sich dieses Album etwas in eine dunklere und schwermütigere Richtung bewegt. Ich denke, ich stimme dem zu.
Besondere Einflüsse für dieses Album könnten in allen Arten von mikrotonalen Kitzelungen, schiefgelaufenen Be-Bop-Studien, rohen Underground-Hiphop-Produktionen und, wie immer, einer großen Liebe und einem großen Missverständnis der Huayno-Musik aus den Anden zu finden sein.

— Jeroen Kimman

Apropos verlorene Zeit, es gibt eine schlaue Erinnerung an die beiden vorherigen Platten Stille (2015) und Traantjes (2021). Beide sind gleichermaßen erhaben, ihre Freude an der Melancholie und die sich wandelnden Meditationen über Nostalgie sind auch auf Sepk allgegenwärtig. Wenn man jemanden mit Recht einen Klangphilosophen nennen kann, dann ist es Jeroen Kimman. Seine Gedanken? Man kann sich auf sie einstimmen, wann und wo immer man will. Sie müssen nur zuhören. © Text: Label



Die Raffinesse, die in diesen Stücken steckt, die Feinheiten. Das sind Dinge, die man erst nach mehrmaligem Hören entdeckt. Schon der Anfang ist wunderbar. Wer würde schon so scheinbar, so unbeholfen beginnen? Stimmen wie aus dem Grammophon und viele, viele Spielereien und eine große Liebe zum Detail stecken in jedem Musiktitel.
Kurz: Es ist eine Freude, diesem Orchester zuzuhören. Jedes Stück entführt in eine eigene, wunderbar fremde Welt. Macht Euch auf die Reise, es lohnt sich!

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