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„Schreiben Sie kürzer, aber begabter“ Die Russische Komponistin Galina Ustwolskaja (1919-2006)

Die Konzentration auf den Kern der Musik – das könnte das Credo der Petersburger Komponistin Galina Ustwolskaja sein. In ihren (lediglich zwei Dutzend) Werken zeigt sie immer wieder, wie mit wenigen Tönen höchste Intensität und Dichte erzeugt werden können.

Mit Nike Keisinger  

Sinfonien schreibt sie für Kammerensembles, und immer wieder wählt sie ungewöhnliche Besetzungskombinationen wie bei der Komposition Nr. 1 „Dona nobis pacem“ für Piccoloflöte, Tuba und Klavier. Galina Ustwolskaja gehört keiner Schule oder musikalischen Stilrichtung an, über ihren einstigen Lehrer (und Verehrer) Dmitrij Schostakowitsch und seine Musik äußerte sie sich kritisch-distanziert.

Ihre Musik sei von religiösem Geist erfüllt und würde, so sagt die Komponistin selbst, „am besten in einem Kirchenraum erklingen, ohne wissenschaftliche Einführungen und Analysen“. Dass sie mit dieser Einstellung in der Sowjetunion keinen Erfolg haben konnte, lag auf der Hand. Zurückgezogen lebte sie in St. Petersburg, wo sie viele Jahre lang am Konservatorium unterrichtete, reiste fast nie und gab kaum Interviews. Daran hielt sie auch fest, als sie mit Beginn des politischen Tauwetters im Westen allmählich immer bekannter wurde.

© SR 2, Mouvement – Die ganze Welt der Neuen Musik, 14.9.2017

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