„Sehnsucht nach dem Weltall“ Jason Pierce hat mit seiner Band Spiritualized ein neues Album veröffentlicht
Jason Pierce spielte mit seiner Band Spacemen 3 bereits in den Achtzigern eine Musik, die erst in den Neunzigern als Shoegaze berühmt werden sollte. Auf dem neunten Album von Spiritualized, seiner Band seit 1990, wird er unter anderem seinem Bühnennamen J Spaceman wieder einmal gerecht. Von Jens Uthoff.
Beep-beep-beep, beep-beep-beep, beep-beep-beep: Zu Beginn des neuen Albums der britischen Band Spiritualized ertönt ein Übertragungssignal, das an den Start einer Rakete erinnert. Die Nasa, Apollo 11, das Space Age sind die Assoziationen. Eine Stimme – sie gehört Polly, der Tochter des Masterminds der Band, Jason Pierce – spricht vorab mit traurigem Timbre den Satz: »Everything was beautiful.« Der Ton für das gleichnamige Album sei damit gesetzt gewesen, erzählt Jason Pierce im Interview mit der Jungle World: »Es fühlte sich plötzlich an, als würde jemand aus dem Orbit auf die Erde herabblicken. Durch diese Perspektive ergab sich die gedämpfte, melancholische Atmosphäre. Das Stück hat zwar auch etwas Romantisches, aber es ist kein Feel-good-Song.«
Ich bin auf eine Art und Weise von Musik besessen, die nicht gesund ist. Jeder kleinste Part, jedes Detail interessiert mich.
Jason Pierce
Gegen Ende des Gesprächs sagt Jason Pierce, Spiritualized probten gerade, um die Songs bestmöglich auf die Bühne zu bringen. Die drei geplanten Deutschland-Konzerte Anfang März wurden nun zunächst abgesagt, werden aber hoffentlich nachgeholt. Spiritualized mit diesem Album live zu erleben, das dürfte eine große Freude sein.
© JungleWorld, 31.3.2022