Musiktipps

Spex: Brian Eno „The Ship“ / Review

Brian Enos Warte ist die des auktorialen Erzählers, der aus einer dem griechischen Tragödienchor verwandten kommentierenden Distanz vom Scheitern menschlichen Strebens berichtet.

Zu einem Zeitpunkt, zu dem man schon fast das Interesse am einstigen Roxy-Music-Wunderkind verloren hatte, als man manchmal gar nicht mehr wusste, ob es sich bei Brian Enos spätem Ambientwerk noch um sphärische Soundscapes oder doch schon um spannungslösende Klangöle fürs Wellnessbad oder die BMW-Werbung handelte, überrascht er einen dann doch noch mit etwas, das weder die Verfeinerung noch die Trivialisierung einer einst gefundenen Formel ist. Das gut 20-minütige Titelstück von The Ship beginnt, wie Ambient-Eno-Tracks eben beginnen: Synthetische Klangsphären bauen sich meditationsaffin auf und akzentuieren die sie umgebende Stille. Ein Echolot sendet pluckernde Schallimpulse.

Wellen schließen sich über den Köpfen Ertrinkender, und am nächsten Tag ist das Wetter wieder ziemlich toll.

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© Spex, 27. April 2016, Von Thomas Hübener