„Spiegel der Nostalgie“ Die russischen Jünger des Andrej Tarkowski und „Nostalghia“ Der Filmemacher A. Tarkowski und die Musik – Eine Sendung von Karl Lippegaus
Sieben Spielfilme drehte der russische Regisseur Andrej Tarkowski, bevor er im Dezember 1986 in Frankreich starb.
Alle sieben zählen zu den 100 besten der internationalen Kinematografie.
Tarkowski erfasst die Erinnerungen und Gefühle der sowjetischen Nachkriegsgeneration.
Von Mario Bandi
Dabei erzählt er radikal subjektiv: Mit assoziativen Bildern und Klängen stellt er seinen inneren Kosmos in den Kontext der Weltkultur. Ein Affront gegen den strikten Realismusbegriff der Kulturapparatschiks. Nahezu jede Uraufführung nach dem ersten Welterfolg, „Iwans Kindheit“, war in der Sowjetunion von Verboten und Katastrophen begleitet. Im Rückblick jede Menge Stoff für Verklärungen, mit denen die widerstreitenden russischen Fangemeinden jeweils ihrem Tarkowski-Bild frönen.
Es gibt nur wenige Menschen, die ihn gut kannten: Marina, seine Schwester, die den Bruder zur Ikone erklärt. Marianna Tschugunowa, seine Assistentin, die ihr umfangreiches Archiv wie einen geheimen Schatz hütet. Alla Demidowa und Alissa Freundlich – Hauptdarstellerinnen in „Der Spiegel“ und „Stalker“. Olga Surkowa, Filmwissenschaftlerin. Sie musste sich die Anerkennung ihrer Ko-Autorenschaft an dem Buch „Die versiegelte Zeit“ gegen Tarkowski vor Gericht erstreiten.
Ihr Archiv ersteigerte das Tarkowski-Museum in der Kleinstadt Jurjewetz, in deren Nähe der Regisseur geboren wurde. Hier und im winzigen Kurort Pljoss, wo alljährlich Filmfestspiele stattfinden, treffen die russischen Tarkowski-Jünger aufeinander.
© Produktion: DLF/WDR/SWR 2016
„Nostalgia“ Der Filmemacher A. Tarkowski und die Musik
Eine Sendung von Karl Lippegaus