Spoon: Rock ’n‘ Roll als Kunst der Auslassung
Die aus Texas stammenden Indie-Rock-Lieblinge untermauern mit ihrem Album „Lucifer on the Sofa“, warum sie das sind. Von Karl Fluch.
Ein neues Spoon-Album bedeutet immer zugleich eine Streicheleinheit für die deutsche Band Can. Schließlich hat sich die 1993 gegründete texanische Gruppe nach dem Can-Song Spoon benannt. Und sie verweist in ihrer Kunst immer auf die Ökonomie der deutschen Rockavantgardisten, die sie auf ihre Art ins Jetzt überführen. Nun ist es wieder einmal so weit, das zehnte Studioalbum mit dem gottlosen Titel Lucifer on the Sofa ist erschienen.
Dabei sind die fünf Mitglieder von Spoon keine haltlosen Plünderer der Altvorderen. Zwar ist ihre Ästhetik deutlich an Bands wie Can (oder Wire) geeicht, doch während diese dem klassischen Rock ’n’ Roll ja innovativ entsagt haben, ergehen Spoon sich mit voller Hingabe darin: „I got a feeling it don’t come cheap / I got a feeling oh and then it got me / It took its time a-working into my soul / I got to believe it come from rock and roll / Believe it come from rock and roll.“
© derStandard, Kultur, 22.2.2022