Streit um GEMA: Innovation und Experiment gibt es nicht nur in der ernsten Musik
Von Christopher Annen (Ein Gastbeitrag für die FAZ). Die aktuelle Verteilungspraxis der GEMA bevorzugt systematisch die sogenannte E-Musik zulasten tausender innovativer Künstlerinnen und Künstler anderer Genres, die als U-Musik klassifiziert werden. Dabei ist diese Unterscheidung längst überholt.
Es gibt Stücke, bei denen man beim ersten Hören weiß, dass sie nicht dafür geschrieben wurden, vor Tausenden Menschen gespielt zu werden, Millionen Streams zu generieren oder die Charts zu stürmen. Es gibt Stücke, die die Grenzen des bisher Gehörten verschieben, die mit Klängen experimentieren und deren Publikum nicht in einer großen Konzerthalle, sondern in einem kleinen Club oder einem Kammermusiksaal zu finden ist.
© FAZ, Feuilleton, 5.5.2025