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„Testcard“ über Rechtsrock – Die Reichweiten des Rechtspop. Von Klaus Walter

Die Zeitschrift „Testcard“ beschäftigt sich mit Musik im Kommunikationskrieg. Pop wird zunehmend auch ‚von rechts‘ genutzt, vereinnahmt und besetzt.“ Die Diagnose der Zeitschrift „Testcard“ ist nicht neu.

Dass Pop per se links sei und emanzipatorische Kräfte mobilisiere, diese Lebenslüge glauben nur noch Leute, die unter einer Krankheit leiden, die einst Jello Biafra (Dead Kennedys) besang: „Nostalgia for an age that never existed“.

Die Neue Rechte weiß, wie Pop funktioniert, „spätestens seit den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Mölln und Solingen Anfang der Neunziger ist das klar.“ Sagt Anna Seidel, Mitherausgeberin der „Testcard“, und verweist auf Diedrich Diederichsens Zeitenwende-Essay in „Spex“ 1992: „The Kids Are Not All Right“ habe „darauf hingewiesen, dass auch die Rechten Pop-Symbole zu nutzen wissen. Dass man die langhaarigen Dinosaur Jr.-Typen, die Homies mit den Kappen und die bunten Techno-Typen nicht mehr unterscheiden kann von den Popleuten, die wir bis dahin eher als links wahrgenommen haben.“



© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 2.2.2024

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