The Black Keys spielen das schöne Lied vom Scheitern
Die US-Band spielt auf „Dropout Boogie“ weiterhin den Blues. Sie deutet ihn als Musik von Randfiguren, mit all seinen populären Klischees. Von Karl Fluch.
Das Cover setzt bereits die Stimmung des Albums. Vielerorts scheint heute ein ansprechendes Artwork ja eine intellektuell nicht zu überwindende Hürde zu sein und erschöpft sich in Eitelkeit oder den Ergebnissen von Grafiken aus dem Anfängerkurs. The Black Keys hingegen schaffen es jedes Mal, schon mit der Ansicht eines ihrer Alben ein Versprechen abzugeben, eines, das sie stets einlösen.
Auf dem nun erschienenen Dropout Boogie sieht man das Duo in Schwarz-Weiß abgebildet, in Arbeitsklamotten stehen sie da. Dan Auerbach geht mit Ölkanne als Tankwart oder Hausmeister durch, Patrick Carney scheint in einer Burgerbude der Fritteusen-Virtuose zu sein. Die Inszenierung als nicht überbelichtete Gestalten verdeutlicht den Begriff des Dropouts deutlich, einen brauchbaren Schulabschluss haben die beiden eher nicht.
Inspiration aus dem Hinterland
Auch stammt ihre Gala nicht unbedingt aus der Gegenwart, sie verweist in die Vergangenheit. Dorthin, wo die US-Band ihre Inspiration bezieht: aus dem Hinterland, den Juke Joints der Hillbillys, dem alten Country Blues, der von dort kommt.
© Der Standard, Kultur, 18.5.2022