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Über Kunst, Zensur und Zerstörung „Das Bild muss weg“

„The painting must go.“ Vor einigen Monaten hallte dieser Satz laut durch die New Yorker Kunstwelt. Im Kern geht es um Rassismus und die Frage, welche Darstellungen die Gesellschaft erlaubt – eine Debatte um Verbote und Zensur von Kunst und eine in Deutschland oft vernachlässigte Perspektive: die Idee einer Zensur von unten.

Von Julia Pelta Feldman

Das Gemälde, das „gehen“ soll, ist „Open Casket“ (Offener Sarg). Es ist eines von mehreren Werken, mit denen Dana Schutz auf der diesjährigen Whitney-Biennale vertreten war – amerikanische Gegenwartskunst und eine abstrahierende Interpretation eines Schwarz-Weiß-Fotos, das den Jugendlichen Emmett Till 1955 in seinem Sarg zeigt und die Gewalt, die gegen Till verübt wurde, thematisiert.

Die Stimme, die „Das Bild muss weg“ fordert, gehört Hannah Black. Auch sie ist Künstlerin. In ihrem an das Whitney Museum gerichteten offenen Brief erhebt sie gegen das Bild Anklage, verbunden „mit der dringenden Empfehlung, das Bild zu zerstören und es weder auf den Kunstmarkt noch in ein Museum gelangen zu lassen.“ In diesem viel diskutierten Brief verurteilt Black die Darstellung schwarzen Leids durch eine weiße Künstlerin. Sie erkennt darin einen Akt der Ausbeutung und der Gewalt, der gegen Emmett Tills Andenken verübt werde.

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© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 1.10.2017

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