UKJazzNew Release Tipp: Gary Peacock & Ralph Towner – Oracle / ECM
Von Phil Johnson. Zum ersten Mal auf Vinyl erscheint dieses wunderschöne Duo-Album des Bassisten Gary Peacock und des Gitarristen Ralph Towner, dessen Tod Ende letzten Monats einen unerwarteten Abschiedskontext geschaffen hat.
Im Gegensatz zum zweiten ECM-Release des Duos, „A Closer View“, das 1995 aufgenommen wurde, bei dem Towners Name an erster Stelle stand und dessen Schwerpunkt auf seinen Kompositionen lag, schrieb Peacock für dieses Debütalbum sechs der neun Titel, Towner zwei, wobei beide für den Titelsong als Co-Autoren genannt werden.
Es mag banal und pathetisch klingen, wenn ich zum Schluss sage, dass wir sowohl Towner als auch Gary Peacock, der 2020 im Alter von 85 Jahren (im gleichen Alter wie Towner) verstorben ist, nie wieder in dieser Form erleben werden, aber es ist dennoch wahr. Sie hatten viele Gemeinsamkeiten: Sie wurden im pazifischen Nordwesten geboren oder wuchsen dort auf, fanden ihr jeweiliges Instrument erst, nachdem sie mit anderen begonnen hatten, und ließen sich sowohl von Musik als auch von anderen Bereichen inspirieren. Um sich ein vollständigeres Bild zu machen, sollte man Towner solo (und mit Oregon) und Peacock (mit Albert Ayler, Paul Bley und Keith Jarretts Standards Trio) hören. Aber dieses Duo-Album, das wie sein Nachfolger „A Closer View“ im Rainbow in Oslo aufgenommen wurde, ist ebenfalls ein guter Einstieg.
© UKJazzNew, Reviews, Alle Texte: Phil Johnson, 9.2.2026