UKJazznews Musiktipp: DREAMSCAPES – Tales of A Wanderer … junger Jazz aus England …
Von Tony Dudley-Evans. DREAMSCAPES ist eine junge Band unter der Leitung des Gitarristen und Komponisten Julien Durand, die ursprünglich gegründet wurde, als Julien noch Jazzstudent am Royal Birmingham Conservatoire war.
Die Karriere der Gruppe verlief rasant: Ein früher Auftritt bei den sehr beliebten „Free Jazz Friday“-Sessions in der Symphony Hall in Birmingham führte zu einem Auftritt beim Cheltenham Jazz Festival im Rahmen des zeitgenössischen Programms im Parabola Arts Centre. Derzeit sind sie auf Tournee, um ihr neues Album vorzustellen.
Tales Of A Wanderer ist ihr erstes Album in voller Länge, das sie unter der Leitung von Chris Hyson von Snowpoet produziert haben. Das Album fängt all die Merkmale ein, die bereits in ihren Live-Auftritten deutlich wurden: einen zeitgenössischen Ansatz, der sich auf so unterschiedliche Einflüsse wie Aphex Twin und Radiohead sowie aktuelle Jazztrends stützt, eine gelungene Mischung aus akustischen und elektronischen Elementen und eine Offenheit für Experimente. Es ist jedoch der besondere und möglicherweise einzigartige Sound, der auf den Schlüsselrollen von Durands Kompositionen, Lucy-Anne Daniels‘ Gesang, George Garfords Altsaxophon und Jack Robsons hybridem Schlagzeugansatz basiert, der der Musik der Gruppe ihren Charakter verleiht.
Das Album enthält sowohl Gesangs- als auch Instrumentalstücke. Zu den ersteren gehören Wanderer mit einem von Daniels geschriebenen Text, Radioheads Pyramid Song, das traditionelle Black Is The Colour und Garfords Shiverwarm. In all diesen Stücken hat Daniels’ Stimme eine subtile Resonanz, die die Bedeutung der Lieder hervorhebt. Ihre Version von Black Is The Colour of My True Love’s Hair ist sehr wirkungsvoll, und ihre klare Aussprache der Worte in Pyramid Song macht diese Version meiner Meinung nach dem Original vorzuziehen.
© UKJazznews, 29.4.2026