UKJazznews Musiktipp: Immanuel Wilkins Quartet – Live at the Village Vanguard Vol. 1, Vol. 2 & Vol. 3 / Blue Note
Von Mark McKergow. Der für den Grammy nominierte Altsaxophonist Immanuel Wilkins erobert das Vanguard im Sturm mit seinen ersten Live-Aufnahmen, die Vielfalt, Anmut, Kraft und pure Musikalität demonstrieren.
„Live at the Village Vanguard“ ist sicherlich einer der faszinierendsten Titel im modernen Jazz. So viele sind hier schon vor ihm aufgetreten. Sonny Rollins 1957/58 (mit Elvin Jones am Schlagzeug). Kenny Burrell 1959. Bill Evans 1961 (die letzten Auftritte des Bassisten Scott LaFaro). John Coltrane 1961 (mit Eric Dolphy und Elvin Jones). Elvin Jones selbst 1968. Art Pepper 1977 (ebenfalls mit Elvin Jones). (Pepper spielte neun Sets an drei Abenden, während die Zuschauer darauf warteten, dass er zusammenbricht. Das tat er nicht.)
Immanuel Wilkins und seine Mitstreiter wissen, dass sie in große Fußstapfen treten müssen. Ein Live at the Village Vanguard-Album herauszubringen, mag Zufall sein. Zwei herauszubringen, könnte (gerade noch) Zufall sein. Drei herauszubringen, ist sicherlich ein bewusster Schritt nach vorne. Schaffen sie das? Ja – und wie. Aufgenommen an zwei Abenden im Mai 2025 in Greenwich Villages legendärem Jazzclub, bieten diese drei Alben den Musikern die Chance, sich auszutoben. Sie nehmen sie mit Begeisterung an.
Diese Instrumentenkombination gibt es schon seit über einem Jahrhundert; Wilkins und Co. haben ihre Möglichkeiten zu etwas Neuem und Lebendigem umgestaltet. Das bisherige Album des Jahres.
© UKJazznews, 4.6.2026