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„Unangepasst und hochmodern“ Carl Maria von Weber zum 200. Todestag

Von Philipp Quiring und Holger Preusse (DLF). „Nie hat ein deutscherer Musiker gelebt, als Du!“, so Richard Wagner bei seiner Rede an Carl Maria von Webers letzter Ruhestätte. Alles eine Frage des Narrativs, allerdings. Tatsächlich passte Weber zu Lebzeiten in keine spießbürgerliche Schublade. 

 Als Dirigent hat er die Orchesteraufstellung umgekrempelt. Zuhause hielt ihn sein Affe „Schnuff“ auf Trab. Wechselnde Stellen, dubiose Geschäfte, die Flucht vor Gläubigern, bis hin zur Inhaftierung… Die Schulden häuften sich, die Partituren auch. Ein Komponist für die Menschen, einer, der sich von Volksliedern inspirieren ließ. Sein „Freischütz“ ist posthum nationalistisch aufgeladen worden. Unsere „Musikszene“ soll neben den Opern vor allem weniger bekannte Stücke in den Fokus stellen, Webers innovatives Klavierwerk. So wird seine grundlegende Modernität erkennbar, die für die Oper, aber auch für die Filmmusik rund 100 Jahre später bahnbrechend war.

© Deutschlandfunk, Musikszene, 2.6.2026

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