„Unsere Opfer zählen nicht“ Eine Lange Nacht über Afrika, Asien und Ozeanien im Zweiten Weltkrieg
Von Birgit Morgenrath, Karl Rössel, Rainer Werning. Issa Ougoiba aus Mali hat gegen die Achsenmächte gekämpft. Danach fühlte er sich wie Millionen anderer Ex-Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien vergessen und verraten. Im Krieg wurden sie schlecht behandelt, eine Kriegsrente bekamen sie nie.
„Wir sind immer noch kleine Negersoldaten“, meint der alte Mann. Viele Kriegsteilnehmer wurden zwangsverpflichtet und mit Hungerlöhnen abgespeist. Viele Länder der „Dritten“ Welt wurden zu Schlachtfeldern, andere zu Rohstofflieferanten für die Kriegsproduktion. Millionen Männer dienten den kriegführenden europäischen, japanischen und US-amerikanischen Streitkräften als Lastenschlepper, Bauarbeiter, Küstenwächter, Späher und Bergungssanitäter für verwundete Soldaten. Die Hilfskräfte erhielten niedrigeren Sold, wurden schlechter verpflegt und untergebracht als ihre „Kameraden“ aus der „Ersten“ Welt. Streiks und Revolten gegen diese Ungleichbehandlung wurden mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Bis heute warten die meisten Veteranen vergeblich auf Kriegsrente oder Entschädigung. In der „Langen Nacht“ werden die Folgen des Zweiten Weltkrieges für die „Dritte“ Welt erstmals aus Sicht von Betroffenen aus Afrika, Asien und Ozeaniens beschrieben.
„Unsere Opfer zählen nicht“
Eine Lange Nacht über Afrika, Asien und Ozeanien im Zweiten Weltkrieg
Von Birgit Morgenrath, Karl Rössel, Rainer Werning
Regie: Heide Schwochow
(Wdh. v. 7./8.5.2005)
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 21.6.2025