Urgestein des europäischen Free Jazz: Schlagzeuger Han Bennink
Energetischer Schlagzeuger, bildender Künstler und anarchischer Performer: Der Niederländer Han Bennink wurde am 17. April 80 Jahre alt. Und er swingt auch heute noch großartig! Von Niklas Wandt.
Als Sohn eines Schlagzeugers lernte Bennink von der Pike auf das Schlagwerk und verdiente sich erste Sporen als Sideman amerikanischer Jazzgrößen wie Wes Montgomery, Johnny Griffin oder Eric Dolphy, auf dessen „Last Date“ er 1964 mitwirkte. Bereits auf dieser Platte ist er mit seinem vielleicht wichtigsten musikalischen Partner zu hören, dem Pianisten Misha Mengelberg. Die beiden bildeten die Keimzelle des ICP, kurz für Instant Composers Pool, Kollektiv, Label und als ICP Orchestra auch bis heute bestehender Klangkörper – bis zum Tod Mengelbergs 2017 unter gemeinsamer Leitung Mengelbergs und Benninks. Eine ebenso wichtige Partnerschaft verbindet ihn mit dem Wuppertaler Saxophonisten Peter Brötzmann, an dessen „Machine Gun“ er 1968 mitwirkte und mit dem er vor allem in den 1970er Jahren in Trios und Duos wirkte. Ob im Bigbandkontext oder solo – Han Bennink nutzt weit mehr als das Schlagzeug, die Bühne ist oft mehr Raum für abrupte, unvorhersehbare Performance. Hier zeigt sich auch der Einfluss der zeitgenössischen bildenden Kunst, von Dada und Fluxus, auf Benninks vielfältiges Oeuvre.
This is new | 3:01
Joris Roelofs & Han Bennink
The Madrig Speaks, The Panther Walks | 4:46
Eric Dolphy
Balls | 5:00
Brötzmann/Van Hove/Bennink
…and the great spotted woodpecker | 6:45
Misha Mengelberg & Han Bennink
Ever Never | 3:55
ICP Orchestra
Viola | 1:40
Han Bennink
Nr. 7 | 4:00
Peter Brötzmann & Han Bennink
Melancholy Babes Pt.1 | 7:00
Derek Bailey & Han Bennink
Spots, Circles and Fantasy | 7:00
Cecil Taylor & Han Bennink