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US-Jazzsaxofonist Sonny Rollins ist tot: Der Koloss am Tenor

Von Maxi Broecking (TAZ). Sonny Rollins war stilprägender US-Saxofonist und eine frühe Stimme der Bürgerrechtsbewegung. Nun ist er 95-jährig gestorben.

Er mischte sich ein. Sonny Rollins, bis zuletzt bedeutendster lebender Saxofonist der Bebop-Ära des Jazz und dazu modisch immer ein Hipster, war stets ein politisch wacher Beobachter. Obwohl er bereits 2012 sein letztes offizielles Konzert gab und seit 2014 aufgrund einer Lungenfibrose gar nicht mehr spielen durfte.

Jazz war für Rollins immer auch dringlicher aktueller Gesellschaftskommentar: Von seiner „Freedom Suite“ (1958) für die Schwarze Bürgerrechtsbewegung, der Irokesenfrisur 1959 als Zeichen seiner Solidarität mit den vertriebenen Native Indians, die ursprünglich auf dem heutigen Gebiet von New York lebten, bis zu seiner zornigen Kampfansage gegen die globale Erderwärmung auf „Global Warming“ (1997). Noch 2020 erklärte sich Sonny Rollins in der New York Times solidarisch zur „Black Lives Matter“-Bewegung, angesichts des gewaltsamen Todes von George Floyd.

© TAZ, Kultur, Musik, 26.5.2026

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