Zur Verleihung der Goethe-Medaille an Toshio Hosokawa

Mit dem offiziellen Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland ehrt das Goethe-Institut Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Toshio Hosokawa ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten aus Japan und ein herausragender Vertreter der deutsch-japanischen Kulturbeziehungen.

Sein Werk umfasst Opern, Orchester- und Solo-Werke, Kammer- und Filmmusik sowie Arbeiten für traditionelle japanische Instrumente. Seine Musiksprache greift die zen-buddhistische symbolhafte Deutung der Natur ebenso auf wie das Spannungsverhältnis zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. Seine 2018 in Stuttgart uraufgeführte Oper „Erdbeben. Träume“ etwa entstand nach einem Libretto des Schriftstellers Marcel Beyer und in Anlehnung an Heinrich von Kleists „Erdbeben in Chili“. „Mit seinen Kompositionen öffnet Hosokawa Räume und verbindet Menschen in der ganzen Welt. Der besondere Klang seiner Musik transzendiert und macht den Konzertsaal zu einem Ort globaler Begegnung“, so die Jury. „Dabei gelingt ihm, unter Wahrung der eigenen Traditionen, kulturspezifische Hörweisen von Musik zu einem außergewöhnlichen Klangkunstwerk zu verbinden.“



© BR Klassik, Horizonte, 26.8.2021

Toshio Hosokawa:
„Melodia II“ (Masako Ohta, Klavier);
„Sakura“ (Bamberger Symphoniker: Ingo Metzmacher);
Lied (Jeremias Schwarzer, Blockflöte);
„Cloud and Light“ (Mayumi Miyata, Sho; Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich);
„Haiku für Pierre Boulez to His 75th Birthday“ (Eri Kuroda, Klavier)

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