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Release Tipp: Material + Object – Telepath / Editions Mego

Andre Ruello aka Material + Object zeigt auf Telepathie sehr eindrucksvoll und überzeugend, wie er aus den aufgenommenen Klängen einer Geige erstaunlich Hörenswertes macht.


„Editions Mego präsentiert „Telepath“, das neue Album von Material Object, das die Akustik demontiert, um die Elektronik zu fördern. Entstanden aus einer einzigen improvisierten Aufnahmesitzung mit einem einsamen Geiger, ist „Telepath“ ein aufsehenerregendes Album mit elektronischer Zukunftsmusik. Das Ergebnis ist eine LP mit einzigartigen und zeitlosen Tracks, die einen klassischen Sound für eine endlose Zukunft neu erfinden.

In kühner Abkehr von seinem bisherigen Kanon an Ambient“-Arbeiten präsentiert sich Material Objects „Telepath“ als etwas viel Fremderes, etwas Weitläufigeres, Subtileres und Allmählicheres. Momente von hüpfendem Minimalismus treffen auf Moirés von verzögerten reinen Tönen, die sich in der Auflösung ein- und ausblenden und einer Reihe von stroboskopischen Vordergrundgesten Platz machen, die in verwirrenden Landschaften arrangiert und versetzt sind, die sich asymmetrisch in kristallinen Hallbecken verstreuen.

Material Object schwelgt in der kreativen Zerstückelung des Originalmaterials und bringt die Violine langsam und geduldig dazu, alle Arten von Torsion, Druck und Bruch zu durchlaufen. Ihre lebendigen akustischen Qualitäten durchqueren den Ereignishorizont des digitalen Bereichs. Sie zersplittert und kristallisiert sich zu Punkten und Koordinaten, Schnittpunkten, Trennungen, Flächen und halligen Figuren. Eine unheimliche Geometrie, die nur zwischen den Ohren wahrgenommen wird, die sich gleichzeitig auflöst und rekonstruiert.

„Telepath“ von Material Object ist ein gleichermaßen abstraktes, eindringliches und kühnes Werk, das sich über alle Gattungsvorstellungen hinwegsetzt. Es ist von einer Spannung der Gegensätze geprägt, die sich zu einer wahrhaft einzigartigen Geschichte entfaltet, die in vier Dimensionen erzählt und in ohrenbetäubende Farben gehüllt ist. © Text: Label



Material Object (Andre Ruello) ist ein Produzent und Interpret elektronischer Musik. Seit seinem Debüt im Jahr 2008 wird sein kreatives Schaffen von einem weltweiten Publikum gefeiert, da er mit einer Reihe von beeindruckenden Solo-Veröffentlichungen, Remixen und Kollaborationen auf europäischen und amerikanischen Plattenlabels schnell an Bekanntheit gewann. Neben seinen Soloprojekten hat er auch mit namhaften musikalischen Größen wie dem verstorbenen Pete Namlook auf seinem Fax + 49-49/450464-Label sowie Uwe Schmidt aka Atom™ zusammengearbeitet und ist seitdem mit seiner Musik auf allen möglichen Veranstaltungen vom berüchtigten Berliner Berghain-Club bis zum japanischen Labyrinth-Festival sowie in Clubs, auf Festivals und Ambient-Jurten auf der ganzen Welt aufgetreten. Im Jahr 2014 gründete er zusammen mit Uwe Schmidt sein eigenes Audio-Imprint mit dem Titel No..


Diese improvisierte Aufnahme-Session mit einer einsamen Geige (auf dem Rückcover wird einer Gabrielle für die Geige gedankt) ist der Ausgangspunkt für die Musik von Andre Ruello aka Material + Object. Der hier in aller Form und mit den Möglichkeiten moderner Technik, die aufgenommenen Klänge einer Geige bearbeitet. Ich hätte ja gern ein paar unbearbeitete Klänge der Geige gehört, aber das tut der Faszination der entstandenen Musik keinen Abbruch.
Die Vielfalt seiner Kreationen lassen keine Langweile aufkommen, denn hier kommen die Erfahrungen seiner langen Arbeit als Musiker mit u.a. Pete Namlook zum Tragen. Auch gehört eine große Meisterschaft dazu, all die Effekt Geräte und Software so einzusetzen, das das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Die Bandbreite geht von ambientartigen Sounds, Minimal Music bis hin zu etwas krachenden Drones. Es gibt aber auch meditative Momente. Eine sehr abwechslungsreiche Exkursion und mit dem hypnotischen Beginn „Enter“ ist ein vortrefflicher Einstieg in die Klangwelt des Albums gegeben. Die weiteren Produktionen von Andre Ruello aka Material + Object lohnen sich ebenfalls, vor allem die Duo-Arbeit mit Pete Namlook.

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