Michael Caine verabschiedet sich mit „The Great Escaper“ gelungen vom Kino
Veteran Bernie möchte zu D-Day-Feierlichkeiten in Frankreich und büxt dafür aus dem Altersheim aus. Statt Klamauk gibt’s leise Töne mit trockenem Humor. Von Marian Wilhelm.
Michael Caine geht in Pension – mit 90 Jahren. So stellt sich die Wirtschaft das mit der Erhöhung des Pensionsantrittsalters idealerweise vor. Sir Michael hat schon im Oktober verkündet, dass er keine „Anreize zum längeren Arbeiten“ mehr sehe. Er will mit einer letzten Hauptrolle abtreten, statt nur Opas oder Batmans Butler zu spielen. The Great Escaper ist der schönste Abschiedsfilm seit Harry Dean Stantons Lucky.
Der deutschsprachige Verleihtitel In voller Blüte ist wieder einmal seltsam, trotz prominenter Blumenmetapher im Film. Verwechslungsgefahr mit dem Weltkriegsklassiker The Great Escape besteht abgesehen vom Titel nicht, Caine und seine 87-jährige Kollegin Glenda Jackson mussten keine Motorradstunts vollführen. Um die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg geht es aber sehr wohl.
© der Standard, Kultur, Film, 18.11.2023