Radiotipps

„The Great Waltz“ Auf der Balkanroute

Heute Abend 22.00 Uhr WDR 3  „Jazz & World“

Nomaden, Grenzgänger, Lautari: die Musik der Balkan-Gypsies ist geprägt von russischen, ukrainischen und balkanischen Einflüssen. Im Gedächtnis der Reisemusiker gespeichert: die vielen musikalischen Fundstücke am Wegesrand ihrer Balkanroute.

„Jouer tsigane“ – „à la Gypsy spielen“, so lautete von Anfang an das musikalische Credo des französischen Quintetts Bratsch, 1975 vom armenischen Sänger und Gitarristen Dan Gharibian und dem Geiger Bruno Girard gegründet. Nach vierzig Jahren Wanderleben auf den Klangrouten durch die gesamt Welt, beendete die berühmte französische Kapelle im Dezember 2015 ihre Musik-Odyssee. Als Pioniere der Weltmusik haben die Grenzgänger von Beginn an vergnüglich und innovativ den griechischen Rembetiko mit dem Blues, rumänische Tänze mit Jazzfeeling, Musette mit Klezmer verknüpft. Ihren balkanischen „Swing’n‘Blues“ zelebrierten Bratsch auch in unvergessenen Auftritten im  WDR.

Als Grenzgänger und Brückenbauer versteht sich auch der Klarinettist Giora Feidman, der im März seinen 80-Geburtstag feiert. „In einer Zeit“, so Feidman, „in der unzählige Menschen ihre Heimat verlieren, gilt es ihnen zu helfen und sie zu unterstützen“. Seine solidarische Botschaft vermittelt der Klarinetten- Virtuose über osteuropäischen Klezmer, Tango und Jazz. Sein Album „Klezmer Bridges“ hat Feidman mit dem russisch bzw. weißrussisch besetzten Rastrelli Cello Quartettaus Hamburg eingespielt.

© WDR 3, Jazz and World, 27.1.2016