Backstage Classical: Klassik-Komponisten wütend auf GEMA
Von Axel Brüggemann. Die GEMA plant neue Kriterien für die Ausschüttung ihrer Gelder. Prominente Klassik-Künstler befürchten, dass die Neuordnung auf ihre Kosten geht. BackstageClassical liegen die Protestbriefe exklusiv vor.
Eigentlich ist die GEMA eine Erfolgsgeschichte: Die Verwertungsgesellschaft mit Sitz in Berlin organisiert die Nutzungs- und Urheberrechte für über 90.000 Komponisten, Textdichter und Musikverleger. Die GEMA entstand Anfang des 20. Jahrhunderts nach einer Idee von Komponisten wie Engelbert Humperdinck und Richard Strauss, die eine Anstalt »ohne privatwirtschaftliche Zwecke« forderten, um die Einnahmen von Veranstaltern und Sendern direkt an Künstlerinnen und Künstler zu verteilen.
Heute geht es um Gelder in Milliarden-Höhe, und natürlich spielt der Verteilungsschlüssel eine wesentliche Rolle. Seit den Anfängen der GEMA gibt es ein stilles Einvernehmen, dass Produzenten klassischer Werke und so genannter E-Musik nach einem anderen Schlüssel bedacht werden als Produzenten populärer Musik. Trotzdem sind die GEMA-Einnahmen beider Gruppen kaum vergleichbar. Während in der Populärmusik Millionen-Ausschüttungen gezahlt werden, decken die Ausschüttungen in der klassischen Musik oft gerade einmal die grundlegende Existenz von Künstlerinnen und Künstlern. Doch selbst das könnte sich nun radikal verändern.
© Backstage Classical, 19.1.2025