Musiktipps

The Free Jazz Collective – Release Tipp: Satoko Fujii & Natsuki Tamura – Ki (Libra, 2025)

Von Stef Gijssels. (Es geht hier um mehrere Duo-Releases von Fujii und Tamura!).Dieses Jahr dürfen wir uns über mehrere Trompeten-Klavier-Alben freuen. Da ist das hervorragende Duett zwischen Sylvie Courvoisier und Wadada Leo Smith auf „Angel Falls“ und die ausgezeichneten Duette zwischen Satoko Fujii und Natsuki Tamura.

Ich glaube, „Ki“ ist ihr zehntes Duo-Album, neben den Dutzenden, auf denen sie in anderen Ensembles spielen. Im Laufe der Jahre ist ihre Kunst präziser und symbiotischer geworden, als würden sie als Einheit spielen. „Ki“ bedeutet auf Japanisch „Energie“ oder „Lebenskraft“, kann aber auch „Holz“ bedeuten. Alle Titelsongs dieses Albums beziehen sich auf Bäume, sodass wir davon ausgehen können, dass beide Bedeutungen des Wortes möglich sind. Sie wurden von Tamura geschrieben, mit Ausnahme des letzten Titels – „Dan’s Ocean Side Listening Post“ –, der sich offensichtlich nicht auf einen Baum bezieht und von Fujii komponiert wurde.

Die Musik auf diesem Album ist ruhig, meditativ, intim. Und im Gegensatz zu „Aloft“, das weiter unten rezensiert wird, verwendet Tamura keine erweiterten Techniken auf seiner Trompete, sondern bleibt ganz bei der Klarheit des Tons, die man von diesem Instrument erwartet. Tamura erklärt: „Dieses Mal wollte ich das gesamte Album mit derselben Atmosphäre spielen. Das Bild dieser Atmosphäre war das eines würdevollen Stehens in klarer Luft. Ich habe meine sieben Songs in zwei Tagen geschrieben, sodass ich dieses Bild beibehalten konnte. Ich habe einfach über die Welt nachgedacht, die ich schaffen wollte.

Die Atmosphäre wird durch Fujis sparsames Klavierspiel noch verstärkt. Es ist weniger dicht und weniger dramatisch als auf ihren anderen Alben. Wie bei japanischen Zeichnungen sind die Sparsamkeit der Klänge und die Pausen dazwischen ein integraler Bestandteil des Ganzen. Fujii kommentiert: „Es war nicht leicht für mich, das zu spielen, weil die Musik mich zwingt, weniger zu spielen als ich es normalerweise tue. Anfangs fühlte ich mich nicht wohl dabei, so zu spielen, weil es für mich so neu war!“ Es gibt sogar lange Momente, in denen nur die Trompete zu hören ist.

Die Stärke des Albums liegt in der wunderbaren Kohärenz aller Kompositionen, ihrer lyrischen und poetischen Qualität und natürlich im exzellenten Spiel und Zusammenspiel der beiden Künstler. © Alle Texte: Stef Gijssels.

© The Free Jazz Collective, 3.11.2025

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