„Als der Gesang politisch wurde“ Eine Lange Nacht vom Männergesangverein
Von Martin Erdmann (DLF). Der Männergesangverein ist für viele eine Einrichtung, die längst aus der Zeit gefallen ist. Dabei hatte diese spezielle Art des Chorgesangs zunächst eine politische Bedeutung: Sie ermöglichte Debatten, die von der Obrigkeit nicht erwünscht waren.
Erhabene Gefühle beim Anblick des deutschen Waldes oder Loblieder auf Königstreue und blinkende Schwerter scheinen ein Klischee des Ewiggestrigen zu bestätigen, politisch wie ästhetisch. In Vergessenheit geraten ist, dass diese spezielle Art des Chorgesangs zunächst eine politische Bedeutung hatte, die keineswegs rückwärtsgerichtet war. Sie bot im Gegenteil häufig Anlass zu Debatten, die von der Obrigkeit keineswegs erwünscht waren. Das gilt für die Restaurationszeit Metternichs ebenso wie für die aufkommende Arbeitersingbewegung nach der Gründung des Deutschen Reiches. Martin Erdmann zeichnet die Geschichte des Männergesangvereins von den Anfängen bis in seine Blütezeit nach und porträtiert einzelne Komponisten und Dichter. Bis heute ist die Vergangenheit noch lebendig, wie Porträts eines traditionsreichen Gesangvereins aus Bochum und eines jungen Männerchors aus Berlin, der die überlieferten Klischees aufbricht, zeigen.
Als der Gesang politisch wurde
Eine Lange Nacht vom Männergesangverein
Von Martin Erdmann
Regie: der Autor
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 21.2.2026
Schade, dass sich der Autor nicht mit dem Kölner Männer Gesangverein KMGV von 1842 beschäftigt hat, der sich auch heute noch in Fortführung der Tradition des Männerchorgesangs sowohl in Quantität als auch qualitativ durchaus erfolgreich zeigt.
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