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„Alpenglühen statt Großstadtlärm“ Eine Lange Nacht über „Das Blaue Land“

Die Gegend rund um die oberbayerischen Orte Kochel und Murnau, rund 60 Kilometer südlich von München gelegen, taufte der Avantgardekünstler Franz Marc „Blaues Land“ – wegen des besonderen Lichts in den Abendstunden. Von Susanne Luerweg und Sabine Oelze.

Später erfand er zusammen mit seinem Künstlerfreund Wassily Kandinsky den Namen „Der Blaue Reiter“ für die gemeinsame Künstlerbewegung, die sich 1911 in München gründete und später ihren Wirkungskreis rund um Murnau und Kochel fand. Dort lebt von 1909 bis 1914 das Künstlerpaar Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. 1908 sind sie zum ersten Mal hierhergekommen, später haben sie sich im Münterhaus niedergelassen, das sich zum Treffpunkt Gleichgesinnter wie Franz Marc, Marianne von Werefkin oder Alexej von Jawlensky entwickelt. Die Vielfalt der Landschaft – See, Moos, Hochgebirge – befeuerte die Künstler und versetzte sie geradezu in einen Malrausch. Auch der Komponist Arnold Schönberg und der Dramatiker Ödön von Horváth sind zeitweilig hier ansässig. Horváth, der zwischen 1924 und seinem durch die Nazis politisch erzwungenen Weggang 1933 hauptsächlich in Murnau lebte, schrieb hier seine Stücke „Zur schönen Aussicht”, „Italienische Nacht”, und begann den Roman „Jugend ohne Gott”.



Alpenglühen statt Großstadtlärm.
Eine Lange Nacht über „Das Blaue Land“
Von Susanne Luerweg und Sabine Oelze
Regie: Frank Merfort

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 18.11.2023

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