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Anfangs komponierten sie mit der Schere: Das Festival „Heroines of Sound“ feiert Komponistinnen

Die Geschichte der elektronischen Musik schreiben auffallend viele Frauen. Warum ist das nicht bei jeder Musik der Fall? Von Thomas Wochnik.

Die Partitur von Ron Grainer verspricht Spaß: Außer den Tonhöhen und -dauern ist nichts gesetzt. Nicht einmal an das vom Komponisten angedachte Instrumentarium soll sich Delia Derbyshire halten. Natürlich könnte sich der BBC ganz konservativ einige Studiomusiker:innen einkaufen, wie es 1963 üblich ist. Derbyshire hat aber eine ganz andere Vision.

Im wenige Jahre jungen „Radiophonic Workshop“ des britischen Rundfunkhauses, wo sie vor der Aufgabe steht, den Soundtrack zur neuen TV-Serie „Doctor Who“ zu produzieren, stehen schon die Oszillatoren bereit: neuartige Schwingkreise zur Erzeugung elektronischer Klänge. Daneben Verstärker, Filter und Tonbandgeräte. Fachmännisch verkabelt sie alles, drückt die Aufnahmetaste und „spielt“ die kühlschrankgroßen, teils gar nicht zu Musikzwecken gedachten Geräte über die schwarzen Bakelit-Drehregler.




© Tagesspiegel, Kultur, 7.7.2023



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