„Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“ Hörspiel von Christine Lavant

Sechs Wochen verbrachte Christine Lavant als Zwanzigjährige in der Landeskrankenanstalt Klagenfurt, nachdem sie einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte.

Elf Jahre später, im Herbst 1946, schrieb sie über ihre Erlebnisse mit Patientinnen, Pflegerinnen und Ärzten in der Institution Psychiatrie. Vor allem aber über ihre Selbstwahrnehmungen, die Zustände des eigenen Bewusstseins und Unterbewusstseins in dieser existenziellen Situation. Sie verdichtet ihre Erlebnisse und Empfindungen, so der Literaturwissenschaftler Klaus Amann, „zu einem grotesk-realistischen Spielbild, in dem die Verhaltensweisen, die Hierarchien, die Machtstrukturen und Unterdrückungsmuster einer rigiden Klassengesellschaft sichtbar werden, die sich ‚draußen‘ und ‚drinnen‘ nach den gleichen Vorstellungen und Prinzipien organisiert.“



Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus
Von Christine Lavant
Mit Gerti Drassl
Komposition: Brot & Sterne (Franz Hautzinger, Matthias Loibner und Peter Rosmanith)
Bearbeitung und Regie: Peter Rosmanith
Autorenproduktion im Auftrag des ORF 2019

© Bayern2, Hörspiel, 30.5.2022

Christine Lavant (1915−1973), österreichische Lyrikerin und Erzählerin. Neun Geschwister, früher Schulabbruch aus gesundheitlichen Gründen, jahrelange Arbeit als Strickerin. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Georg-Trakl-Preis (1954 und 1964), und Großer Österreichischer Staatspreis (1970). Gedichtbände u.a. Die Bettlerschale (1956), Der Pfauenschrei (1962). Erzählungen und Erzählbände u.a. Versuchung der Sterne (1984), Die Schöne im Mohnkleid (1996), Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus (2001).

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