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„Aus der Zeit fallen“ Hörspiel nach David Grossman

Ein Vater irrt durch eine Stadt und sucht seinen toten Sohn. Im Laufe der Zeit schließen sich ihm andere Trauernde an – Menschen, die ebenfalls ihre Kinder verloren haben und sich jetzt fragen, wo die Verstorbenen sind.


Was macht der Tod eines Kindes mit den Eltern? Die Ausgangssituation erinnert an eine Passage aus dem Hohelied Salomos: Jemand bricht auf in der Nacht und sucht den, den er liebt, und findet ihn nicht. Ein Vater sucht hier seinen toten Sohn, er irrt durch eine nicht genau definierte Landschaft. Er will nach „dort“, wie Orpheus, dorthin, wo die Toten weilen. Er ist besessen vom Aufbegehren gegen die absolute Macht des Todes. Weitere Menschen gesellen sich zu ihm: Sie alle haben den Verlust eines Kindes zu beklagen. David Grossman hebt den Schmerz der Überlebenden auf. Aus Bruchstücken fügt er zusammen, was Klagegesang und Liebeslied zugleich ist.



Aus der Zeit fallen
Nach dem gleichnamigen Roman von David Grossman
Übersetzung aus dem Hebräischen: Anne Birkenhauer
Bearbeitung und Regie: Carsten Hueck
Mit: Winnie Böwe, Bernhard Schütz, Guntbert Warns, Lilith Stangenberg, Christian Redl, Matthias Neukirch, Bibiana Beglau, Robert Stokowy
Komposition: Ulrich Müller, Siegfried Rössert
Ton und Technik: Alexander Brennecke und Robert Stokowy

Produktion: DKultur 2014

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 16.4.2023

David Grossman, 1954 in Jerusalem geboren, ist Schriftsteller und Mitglied der Friedensbewegung. Er schrieb Kinder- sowie Jugendbücher (wie „Wohin du mich führst“, 2001), Romane (darunter „Das Gedächtnis der Haut“, 2004) und Essays (wie „Die Kraft zur Korrektur“, 2008). Zu seinen Auszeichnungen gehören der Geschwister-Scholl-Preis (2008) und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2010). 2006 starb sein Sohn Uri am letzten Tag des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon.

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