Basslos glücklich – Jazztrios ohne Tiefsaiter

Saxofon, Klavier, Schlagzeug – aber kein Bass? Johannes Ludwigs „Fearless Trio“, Lucas Leidingers „Aurora Trio“, Lars Dupplers „Unbound“, Theresia Philipps „Losing Color“: allein in der Kölner Szene sind in jüngerer Zeit bemerkenswert viele Bands in dieser Besetzung aufgetaucht. Mit Odilo Clausnitzer.

Von aktuellen Trios blicken wir in die Geschichte: Der Free Jazz-Pionier Cecil Taylor fand 1962 im basslosen Trio mit Jimmy Lyons und Sunny Murray zu jener Emanzipation von traditionellen Formen, mit der er revolutionär werden sollte; seine Musik stand ganz im Zeichen von Dichte und Energie. 20 Jahre später nahm Schlagzeuger Paul Motian den Druck raus: mit Saxofonist Joe Lovano und Gitarrist Bill Frisell setzte er folgenreich auf Entschleunigung und Luftigkeit. Eine der frühesten Bands in ähnlicher Besetzung wurde auch über das rein Musikalische hinaus wegweisend: Das Benny Goodman Trio von 1935 mit Teddy Wilson und Gene Krupa war die erste Jazz-Formation, die aus schwarzen und weißen Musikern bestand und auf großen Bühnen spielte.



WDR 3, Jazz, 2.11.2022

The Gateway | 6:27
Lars Duppler

Rubato | 3:17
Trio Aurora

Sacred Chant | 3:14
Trio Tapestry

Conception Vessel | 4:33
Paul Motian Trio

After You’ve Gone | 2:46
Benny Goodman Trio

Wolverine Blues | 3:25
Jelly Roll Morton Trio

Lena | 6:58
Cecil Taylor Trio

Alex | 5:45
Thomas Sauerborn/Theresia Philipp Losing Color

Down Pillow | 4:31
Stefan Schultze/Peter Ehwald/Tom Rainey

Presenting Alternate Facts | 5:15
Fearless Trio

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