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Buchtipp: Die 1990er im Zeichen von Ravern, Nazis und Pamela Anderson

Jens Balzer bereitet in seinem Buch „No Limit“ die 1990er-Jahre als vergnüglich zu lesendes Popkulturmosaik auf – zwischen Euphorie und Kater. Von Karl Fluch.

Letzte Woche ist Teresa Taylor im Alter von 60 Jahren gestorben. Sie war einschlägig bekannt als Schlagzeugerin der texanischen Drogenfresser-Punkband Butthole Surfers, zum anderen galt sie als Mutter Teresa der Slacker. Eingebracht hatte ihr diese Titel ihr Auftritt in Richard Linklaters Film Slacker, in dem Taylor 1991 mit einem angeblichen Gebärmutterhalsabstrich von Madonna hausieren ging, den sie in einem trüben Gurkenglas aufbewahrte.

Slacker waren eines jener Phänomene der 1990er-Jahre, die der deutsche Popkulturautor Jens Balzer in seinem Buch No Limit: Die Neunziger – Das Jahrzehnt der Freiheit in Erinnerung ruft und einordnet. Als Slacker galten tendenziell antriebslose Figuren, die oft infantil anmutende Interessen mithilfe eines angemessenen Drogen- und Musikkonsums noch im Erwachsenenalter pflegten. Ein Kollateralschaden dieses planlosen Lebensentwurfs ist eine Art frühzeitige Schrulligkeit. Slacker verlieren sich zitatenreich in Details und bedienen sich des Zynismus, um mit der sie überfordernden Realität zurechtzukommen.



Jens Balzer, „No Limit: Die Neunziger – Das Jahrzehnt der Freiheit“. € 29,50 / 376 Seiten. Rowohlt, 2023

© der Standard, Kultur , 29.6.2023

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