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Buchtipp: Erik Satie – Der skeptische Klassiker von Oliver Vogel 

Von Christoph Vratz. Ob er das so gewollt hat? Auf jeden Fall hat es der französische Komponist Erik Satie geschafft, sich mit seiner Musik überall einzunisten: in der Werbung, in knapp 100 Kinofilmen, in diversen Telefon-Hotlines.

 Hauptverantwortlich dafür ist seine erste „Gymnopédie“, eines von drei Stücken aus Saties Jugendzeit. Wer aber ist der Mann hinter dieser so bekannten Melodie?

Satie: Ein Mirakel

Oliver Vogel hat ein umfangreiches Buch über den großen Eigenwilligen Erik Satie vorgelegt. Er war gewiss ein Mann der Widersprüche, exzentrisch, unerklärlich. Er konnte ermüden und verzaubern. Vom Konservatorium wurde er früh ausgeschlossen, mangels Begabung. Er war zunächst Autodidakt und stets Bohemien, ein Mann, der sich tagelang im Spiegel anschauen konnte, wenn er mit Hut und Mantel in einem Hotelzimmer saß, ein Mann, der sich sieben Cord-Anzüge auf einen Streich kaufte, um immer gleich zu erscheinen. Erik Satie ist ein Mirakel.

Was manchen Abenteurer in der Mitte des Lebens zu einer Neuorientierung bestimmt, die Sorge, seine Existenz abzusichern, interessierte den bescheiden lebenden Künstler aus Arcueil nicht. Der nahezu Vierzigjährige unterwarf sich dem zweiten Studium allein um der Sache willen. Ausschnitt aus dem Buch „Erik Satie: Der skeptische Klassiker“

© SWR Kultur, Buchtipp,11.12.2024

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