Christoph Hein: Landnahme (1/2) – Lebensweg eines Außenseiters in der Provinz
Eine deutsche Kleinstadt in den 1950ern: Bernhard Haber kommt mit seinem Vater als Vertriebener aus Schlesien nach Guldenberg. Doch dort sind die „Flüchtlinge aus dem Osten“ alles andere als willkommen.
Der Junge und sein Vater werden bei Bauer Griesel in der Scheune ehemaliger Zwangsarbeiter einquartiert. Vater Bernhard richtet sich eine Werkstatt ein, doch die Vorurteile gegen „den Fremden“, der als Kriegsversehrter nur einen Arm hat, sitzen tief in der Kleinstadt und die Gesetze schreiben die Männer aus dem Kegelklub. Als die Tischlerei des alten Haber brennt, ist das nur der Anfang.
Bernhard Haber hat nichts vergessen. Schon gar nicht, was die Guldenberger ihm und seinem Vater angetan haben. Inzwischen ist er ein erwachsener Mann und durchaus integriert. Er verdient gut, ist verheiratet und im Ort anerkannt. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los: da sind sein erdrosselter Hund, die fremdenfeindlichen Kommentare damals, als sie ankamen, die eingestellten Ermittlungen nach der Brandstiftung in der Tischlerei und dem angeblichen Selbstmord des Vaters – eine Kette aus Demütigungen. Bis das Schicksal ihn vor eine große Entscheidung stellt.
Christoph Hein: Landnahme – Lebensweg eines Außenseiters in der Provinz
Von Christoph Hein
Mit Jule Böwe, Florian Geisselmann, Lea Drinda, Mauel Harder u. a.
Komposition: Tarwater
Gesang: Muttis Kinder
Bearbeitung: Laila Stieler
Regie: Kai Grehn
rbb 2025
© ARD, Hörspiel, 12/2025