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Das besondere Konzert: Gérard Griseys „Quatre chants“ bei Wien Modern. Ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts.

Griseys „Vier Gesänge, um die Schwelle zu überschreiten“, kurz vor dem plötzlichen Ableben des Komponisten 1998 vollendet, umkreisen musikalisch existenzielle Grenzerfahrungen an der Schwelle des Todes.

Weshalb Grisey auch auffallend tiefe Instrumente verwendet: zwei Tuben, Bass- und Kontrabassklarinette sowie dunkel grundierte Perkussionsinstrumente dreier Spieler. Dem anmutig leichten Sopran als Gegenpol sind hingegen eine Trompete, eine Flöte und eine Geige zugeordnet. Eingebettet wird der Gesang in einen Kosmos mikrotonaler Bezüge, die aus den Klangspektren heraus entwickelten werden und diese „Quatre chants“ umso rätselhafter erscheinen lässt. Ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts.


© Ö1, Zeit Ton, 13.3.2018

Playlist:

Komponist/Komponistin: Gérard Grisey
Titel: D2948/4 Quatre chants pour franchir le seuil für Sopran und Ensemble (1997-98) (Ausschnitte) (WMOD171122-4)
Ausführende: Klangforum Wien
Leitung: Emilio Pomàrico
Solist/Solistin: Katrien Baerts /Sopran
Länge: 06:57 min
Label: Ricordi/ Universal Edition/Materialleihgebühr

Komponist/Komponistin: Gérard Grisey
Titel: Quatre chants pour franchir le seuil für Sopran und Ensemble (1997-98)
* Prélude (00:40)
* 1. D’après „Les heures à la nuit“ de Guez Ricord (00:11:27)
* Interlude (00:21)
* 2. D’après: Les Sarcophages Egyptiens du Moyen Empire (00:06:31)
* Interlude (00:30)
* 3. D’après Erinna (00:03:55)
* Faux interlude (00:02:01)
* 4. D’après: L’Èpopée de Gilgamesh (00:15:18)
Ausführende: Klangforum Wien
Leitung: Emilio Pomàrico
Solist/Solistin: Katrien Baerts /Sopran
Länge: 45:46 min
Label: Ricordi/ Universal Edition/Materialleihgebühr

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