Luis Buñuel – Das cineastische Gespenst der Freiheit
Von Georg Seeßlen (JungleWorld). Der spanische Regisseur Javier Espada feiert Luis Buñuel in seinem neuen Dokumentarfilm als Leitfigur des surrealistischen Kinos.
Buñuels Auseinandersetzung mit dem Elitarismus der Surrealisten geht dabei im Strudel der Bilder etwas unter. Aber Espadas Hommage hat eine wichtige Botschaft an das Kino der Gegenwart.
Wie erzählt man vom Leben und von der Arbeit einer Künstlerin, eines Filmemachers? Und wie, ohne jemandem zu nahezutreten, ohne Küchenpsychologie und Seifenoper, vom Zusammenhang zwischen beidem, der daraus überhaupt erst etwas er zählbares macht?
Die klassische Methode ist das Und-dann einer Biographie, die Jugend, Ausbildung, Erfahrung, Misserfolge, Durchbruch, Skandale und Rehabilitierung abhandelt und dann das Alter samt Rückblick und eventuellen Enttäuschungen zeigt. Oder man entwickelt die Erzählung mehr aus dem Werk, verfolgt Motive, analysiert Methoden, spürt Einflüssen nach und sucht nach Wirkungen.
© JungleWorld, Dschungel, 10.10.2024