Das Filter: Wochenend Walkman vom 17.9.2016 mit S Olbricht, Rodrigo Amarante und Touché Amoré

S Olbricht – ZZM

Hier geht nichts frontal nach vorne, hier muss man Dreh und die Abfahrt suchen. Dauern tut das nicht lange, im Gegenteil. Denn auch wenn einen die nicht den Ton angebenden Beats eher kalt lassen, sind meine Chords und Melodien (ein bisschen mystisch, ein bisschen Science Fiction und immer ein bisschen traurig wirkend) ohnehin der bessere Einstieg in diese Platte. Die Referenzen sind offensichtlich, aber hier nicht relevant. Eine ganz entzückende Platte von der anderen Seite.

Rodrigo Amarante – Cavalo

Ein subtiles, rustikal-edel arrangiertes Album mit zahlreichen Background-Vocal-Features von Devendra Banhart, Adam Green, Kristen Wiig oder auch dem Strokes-Drummer Fabrizio Moretti hinter der Batterie. Folkig, lasziv, rauchend wissend, mit dem Duft von jahrhundertealten Rumfässern. Nach zwei Staffeln am Stück wird das Warten auf Season 3 wohl oder übel zäh. Aber, Rodrigo Amarante will dieses Jahr noch ein neues Album herausbringen. Das könnte die Leerlaufzeit zumindest musikalisch verkürzen.

Touché Amoré – Stage Four

Die Wucht in der Stimme, in den Gitarren und vor allem in den wilden, raffinierten Drums gleicht den Vorgängern, gesanglich wird es melodischer. Wie berührend und begrüßenswert Bolms Avancen mit der Melodie sind – auch wenn kaum einer so herzzerreißend und wütend auf der Bühne schreit, zeigt sich im finalen Stück „Skyscraper“, ein Duett mit der 21-jährigen amerikanischen Folksängerin Julien Baker. Jeremy Bolm vermacht seiner Mutter die vielleicht schönste Stadt der Welt: „You live there, under the lights“.

© Das Filter, 17.9.2016 • SOUNDS – Text: Redaktion

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