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Das Kino als Gesamtkunstwerk: Zum Tod des Drehbuchautors und Cineasten Jean-Claude Carrière /Aktualisiert

Jean-Claude Carrière war kein Fließbandarbeiter, kein industrieller Verfertiger von Drehbüchern, sondern ein wirklicher Filmmensch, sagt SWR2-Filmkritiker Rüdiger Suchsland über den Tod des Cineasten Jean-Claude Carrière in SWR2.

„Die Universalität ist ein ganz wichtiger Faktor für den Erfolg seiner Drehbücher und ihrer Vielfalt“. Carrière stehe für ein europäisches Autorenkino und habe eng mit Regisseuren wie Luis Buñuel oder Völker Schlöndorff zusammengearbeitet, mit dem er viele wichtige Filme realisierte, etwa „Der diskrete Charme der Bourgeousie“. Für Künstler wie Carrière bedeute das Kino so etwas wie ein Gesamtkunstwerk, das den Augenblick auf den Punkt bringen wolle.

© SWR 2, SWR2 Kultur aktuell, 9.2.2021

Volker Schlöndorff zum Tod von Jean-Claude Carrière„Er hatte die Gabe, andere zu ermutigen“

Volker Schlöndorff im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Durch seine besondere Empathie habe er mit vielen Autoren und Filmschaffenden erfolgreich zusammengearbeitet, sagt der Regisseur Volker Schlöndorff.

Rund 60 Drehbücher und 80 literarische Werke hat Jean-Claude Carrière geschrieben. Für sein Lebenswerk wurde er 2015 mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Jetzt ist der französische Drehbuchautor und Schriftsteller im Alter von 89 Jahren gestorben.

© Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 9.2.2021


Ohne ihn hätte es viele der größten Filme nicht gegeben. Von Gerhard Midding

Buñuel, Godard, Schlöndorff: Alle bedeutenden Regisseure wollten ein Drehbuch nur von ihm. Mit Jean-Claude Carrière globalisierte sich das filmische Erzählen – ob in „Belle de Jour“ oder der „Blechtrommel“. Nun ist der wichtigste Autor der letzten 50 Jahre gestorben.

© Die Welt, Kultur, Kino, 9.2.2021


Ein Kino wie aus wilden Träumen Von Fritz Göttler

„Belle de Jour“, „Die Blechtrommel“, „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“: Die Filme von Drehbuchautor Jean-Claude Carrière waren subversive, lustvolle Abenteuer.

Zu den abseitigen und geheimnisvollen und kreativen Orten der Kinolandschaft gehört das Kloster Santa María de El Paular, im Norden von Madrid, ein Ort der Begegnung für Künstler, und das gleichnamige Hotel daneben. Der Filmemacher Luis Buñuel hatte es im Jahr 1934 entdeckt, mit seinem Freund Federico García Lorca, und kam dann später, von den Sechzigern an, immer wieder hierher zurück, besonders dann, wenn er einen neuen Film vorbereitete, was er damals gemeinsam mit dem Freund Jean-Claude Carrière machte.

© Süddeutsche Zeitung, Kultur, Kino, 9.2.2021

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