Musiktipps

Dem Komponisten Georg Friedrich Haas zum 70. Geburtstag

Er schreibt Musik, die das Dunkel liebt und die Mikrotonalität. Aufsehen aber erregte der Komponist Georg Friedrich Haas durch ganz andere Bekenntnisse. Jetzt wird er siebzig Jahre alt. Von Reinhard Kager.

Das Jahr 1988 war entscheidend für seine spätere Entwicklung. Denn das Grazer „Musikprotokoll“, einmalig von ihm selbst kuratiert, führte Georg Friedrich Haas zur noch intensiveren Beschäftigung mit mikrotonaler Musik. Im selben Jahr lernte der 1953 in Graz geborene Komponist, der bei Ivan Eröd, Gösta Neuwirth und Friedrich Cerha ausgebildet wurde, bei den Darmstädter Ferienkursen auch Werke Giacinto Scelsis kennen. Dessen Verständnis von Mikrotonalität geht weit über den vierteltönigen Horizont von Pionieren wie Alois Hába oder Ivan Wyschnegradsky hinaus: Das Reservoir des gesamten, für das menschliche Ohr wahrnehmbaren Tonraums wird von dem italienischen Komponisten ohne strikte Skalen genutzt.



https://youtu.be/VZPbc_XjhW0

© FAZ, Feuilleton, 16.8.2023

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