Der (Alp-)Traum von der Vernetzung
Wenn meine Zahnbürste der Versicherung sagt, ich sei zu faul zum Zähneputzen
Der (Alb-)Traum von der Vernetzung
Von Sebastian Strube
Wir alle haben uns daran gewöhnt, dass wir bei jedem Klick im Internet getracked, vermessen und gespeichert werden. Doch vor allem seit wir alle Handys haben, werden Daten über uns bei fast jeder Tätigkeit gesammelt. Das fängt beim Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste an, die via Bluetooth und das Handy im Internet hängt und eine Analyse über Ihr Putzverhalten erstellt. Das geht weiter auf Ihrem Weg zur Arbeit mit den etwa 4.600 Kameras, die allein die Münchner Verkehrsgesellschaft in U-Bahnhöfen und ihren Fahrzeugen installiert hat. Wenn Sie dazwischen mal schnell einkaufen gehen, kann es passieren, dass Ihr Handy gescannt wird, um Ihr Einkaufsverhalten zu analysieren, ohne dass Sie das merken. Und selbst am Abend vor dem Fernseher sammelt der neue Smart-TV-Apparat ständig Daten über Ihre Lieblingsprogramme. Keiner kann sich heute mehr der Illusion hingeben, durchs Leben gehen zu können, ohne dass er ständig Daten von sich Preis gibt, die von allen möglichen Organisationen gesammelt und verwertet werden. Das eröffnet die Möglichkeit zu vielfältigem Missbrauch dieser Informationen. Doch würde unser modernes Leben überhaupt noch funktionieren, wenn wir unsere Daten nicht hergeben würden?
© Bayern2, Radio Revue, 30.12.2015